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wißheit, daß die Materie gefangen hätte. Zwey Tage nachher bekam eS ein Fieber und Erbrechen , und den folgenden Tag erschienen natürliche, wenige und überaus gutartige Blattern. Die geschehene Operation machte keine Veränderung, sondern es kam überaus gut durch. D:ö Exempel überzeuget mich mehr, daß die Einpfropfung keinen Schaden thut, wenn schon die natürlichen Blattern zum Ausbruch nahe sind.
2) Die eingeimpften Blattern sind für voll zu rechnen, wenn sie gleich nicht zur völligen Eiterung kommen , noch die gewöhnliche Zeit stehen. 1767. wurden zwcp Kinder operiret. Sie wurden zur gehörigen Zeit krank und die Blattern zeigten und erhoben sich, da sie aber eitern sollten, vertrockneten sie, etwa auf die Art wie es bey den Windpocken zu geschehen pflegt; ich zweifelte selbst ob diese beyden Kinder künftig von Pocken frey bleiben würden. Die eine davon einige Jahre nachher mit ihrem jüng-rn Bruder, der die natürlichen Blattern gehabt, umgegan- gcn, ohne sie zu bekommen, die andere wurde in diesem Jahr noch einmal operiret, beyde Wunden feuerten auf, sie bekam aber keine Blattern, ob sie gleich zwischen fünf andern Kindern, welche die eingeimpsten Blattern hatten, sich aufhielt.
3) Ganz wenig Blattern thun dasselbe als viele- Dies versteht sich zwar von selbst, und ist bey den natürlichen Blattern eben also. Indessen will doch zum Ueberfluß eine Erfahrung davon anführen. 1767. bekam ein Kind nur drey gekünstelte Blattern, die aber ihre Zeit standen und Eiter gaben. Dies Jahr wurde sie mit ihren Geschwister noch einmal operiret, wurde aber nicht krank und bekam keine Blattern, obgleich die Wunden auffeuerten.
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4) Wer die natürlichen Blattern auch noch so geringe gehabt hat, bekömmt durch die Einpfropfung sie nicht noch einmal. Auch hier kann ich ein Exempel anführen. Meine eigene Tochter von ro Jahren hat ver- muthlich, da sie 8 Wochen alt war, einige natürliche Blattern gehabt, als ihre ältere Schwester an den natürlichen Blattern sehr elend war, und ost Wiege und Betten mit ihr verrauschte. Sie muß sie aber so wenig und leicht gehabt haben, daß wir es nicht bemerkt, und bloß, weil sie nachher von zwey bösen Epidemien mitten untern Blatternkindern frey blieb, gerieth ich auf diese Muthmaßung, daß sie damals einige Blattern gehabt
hätte.


