Einzelbild herunterladen

-66 Wochenblatt.

tirculiren aber mehr. Die Kannkniß der Religion ist nicht nur mehr aus­gebreitet, sondern auch grösser und bestimmter. Gründliche Wissenschaf­ten sind unglaublich hoch gestiegen , und übertreffen Athen und Rom. Was ist ein Varro gegen einen Lerbmtz t Die schönen Wissenschaften, waren sie zur Zeit eines Alexanders und Augusts wohl höher gestiegen, als nun? Wir sind gelehrter, fleißiger, reicher, gesellschaftlicher, sanft- müthigerund eben so witzig und künstlich als die Alten; aber auch weniger standhaft, sparsam und gottesfürchtig , das letztere Wort im wcitläufti- gen Verstände genommen; Denn in den Zeiten Gocratis harre ein Hey- de grössere Ehrerbiethung für die Gottheit, als die meisten Christen heu­riges Tages haben.

Ob man künftig bessere oder scbll'mmerc Zeiten erwarten könne? war die zwote Aufgabe. Einige Umstände lehren uns das erste hoffen, andere hingegen lassen uns das letztere befürchten. Die Euro- pälschen Staaten sind in einer Zeit von hundert Jahren mehr von in­nerlichen Unruhen befreyt gewesen, und haben dadurch eine grössere Vestig- kett erhalten. Daraus flüßt, daß die Regierungen ihre Sorgen mehr auf das Wohl der Länder wenden, und daß die Bürger ihre Handthierungen mitgröffern Fleiß treiben können, weil sie wissen, daß sie Sicherheit ha­ben. Die Abschaffung Der Leibeigenschaft, da ein jeder sein Eigenthum be­kam, hat mehr Lust zur Arbeit erweckt; Die kleinen Kriege haben aufge- hört, Denn es finD nicht mehr so viel kleine Tyrannen. Die Frcyheic zu denken, und zu schreiben ist niemals grösser gewesen; daher wird alles un­tersucht, was für und wider eine Sache ist, und in ein helleres Licht ge­setzt; jetzt kennet man Den Werth des Menschen mehr als jemals , und man sucht sich und andere davon zu überzeugen. Wir würden noch viele Vortheile finden, Die Die neuern vor den ältern Zeiten haben, wenn wir sie mühfeelig aufsuchen mögten. Nehmen wir dies zusammen , so können wir unfern Nachkommen bessere Zeiten versprechen. Es ist daran kein Zweifel, daß wenn sich die Umstände nicht allzusehr verändern, daß künf­tig noch bessere, gründlichere, ausführliche Bücher ans Licht kommen wer­den, als wie sich das gegenwärtige Weltaiter rühmen kann. Es werden neue Akademien, gelehrte Gefe!lsc!)aften, Schulen und Hospitäler ange­legt werden; Handel, Künste, Manufatturen werden mehr auSgebreittt werden; das Evangelium wird an Orten verkündigt, wo man es vorher

nie