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Wochenblatt-

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tet sich hier nach der herrschenden Mode. Wollten wir uns auf dieses Lob verlassen, das einem andern gegeben wird, so würden wir oft,zu unfern Schaden irren; man macht sich kein Gewissen, dies Lob beschnittenen und unbeschnittenen Juden zu geben ; es ist die Mode so; - wir dürfen daher diesem Lobe der Ehrlichkeit nicht eher trauen, als wenn wir viele Beweise der alten teutschen Redlichkeit von dem, welchem cs beygelegt wird, ge­sehen haben. Sehr oft aber ist das Lob nicht einen Heller werth. -

Sonst hieß ein ehrlicher Wann derjenige, der in allen seinen Hand­lungen den Gesetzen der Rechtschaffenheit und der wahren Ehre folgte, der , alle Arten von Ungerechtigkeit, Falschheit und Betrug verabscheueke; der sich gegen jedermann als einnen billigen , aufrichtigen und gewissenhaften Mann bewies; der die Lüge als den grösten Schandfleck hasseke, und alle Pflichten selbst beobachtete, die er von andern erwartete. Das ist aber bei) uns eine alte Mode, die langst abgelegt ist. Würde dieses noch heut zu Tage von einem ehrlichen Manne erfordert, so würden wenig ehrliche Manner übrig bleiben. Ehemals wurden die öffentlichen Aemter nur mit Leuten besezt, die vielfältig Beweise der Treue und Ehrlichkeit gegeben hat­ten - wie viele würden heut zu Tage unbesezt bleiben müssen? -

Um dieses verständlich zu machen, müssen wir Falle aufsuchen da­bei) klar wird, daß ein ehrlicher Mann nicht derselbe ist, der er in den vorigen Zeiten war und seyn mußte. Volupruofus ist ein Sclave seines venerischen Temperaments, und zwar so, daß er keine Person weiblichen Geschlechts , vornehmen oder niedern Standes sehen darf, ohne unehrli­che Gedanken und Absichten wider sie zu fassen; (ich rede bürgerlich) kei­ne Art der List und des Bettugs ist ihm zu schändlich , seine Absicht zu erreichen. Um seine zügellose Leidenschaft zu befriedigen , entehrt er das Haus seines Freundes und Wohlthaters, wenn dieser nicht sorgfältig ge­nug ist, unübersteigliche Hindernisse zu setzen. Wer versagt denn diesem Niederträchtigen den Namen eines ehrlichen Mannest - Und wäre je­mand so dreiste, ihn dieses Namens unwürdig zu halten: so würden alle Freunde dieses vermeinten geschimpften darauf dringen, seine Ehre zu retten, und wo dies nicht anders erreicht werden könne, eine Jnjurienklage förm­lich zu erheben.

lieber Cajus seufzt ein großer Theil der Stadt; jedermann weis, daß er reich ist, und doch müssen viele, die Rechnungen für ihn bringen,

ganze