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Wochenblatt. 4or

arme geringe Natur, bis in den Himmel erhaben, und mit Christo auf den höchsten Thron der Herrlichkeit gesetzt. Welcher wundervolle Wech- fel! Aber begreife ich wol recht, das hohe Maaß dieser göttlichen Erbar- mung? Muß ich nicht immer tiefer darüber erstaunen , je mehr ich meine Unwürdigkeit und die Hoheit dessen , der ihm zu Hülfe gesandt worden, erwege? Wahrlich hier entdecke ich eine Liebe, die über alle meine Wür­digkeit geht, eine Liebe, die selbst mein Hoffen und Vermukhen unendlich übersteigt, eine Liebe, bey welcher mein Verstand nicht anders vermag, als zu bewundern, anzubeten und zu schweigend

So groß aber meine Bewunderung ist, so groß ist auch meine Freu­de und Hofnung. In dem menschgewordnen Heiland erblicke ich das fro­he Zeichen des neuen Bunde«, welchen Gott mit mir gemacht hat Hier erfahre ich, daß Gott wahrhaftig sey und seinen Sohn in die Welt ge­sandt habe, daß ich leben soll. Und darfich denn nun nicht kühnlich hof­fen, daß auch alles, was mir je in seinem Namen verheissen ist, mit glei­cher Treue erfüllt werden soll ? Nimmer würde Jesus meine Natur so hoch geehrt haben, daß er sie so genau mit Gott verbunden, wäre er nicht ent­schlossen gewesen, durch sich selbst ihre Gebrechen zu heilen, ihre Schwach­heiten wegzunehmen, ihre Fehltritte zu versöhnen, ihre Flecken auszulö- schen, und sie zu ihrer ersten Reinigkeit und Unschuld wiederzubringen. Welche Zuversicht kann ich nunmehr auf die Liebe meines Vaters im Him­mel setzen! Die gröste Liebe hat er mir bereits erzeigt. Alle Gnade, wel­che geringer als diese ist, werde ich itzt nicht mehr vergebens von ihm bit­ten. Was kann mir der versagen, der mir das, was ihm selbst daS iheuerste war, auch ungebeten gab? Und kann ich nicht das stärkste Ver­trauen zu dem Herrn hegen, der für mich Mensch gebohren worden ? Ist Gott in Christo , so wird er gewiß alles thun und ausrichten, wozu er in die Welt gekommen ist. Er wird als ein starker Held alle meine Feinde unter seine Füsse treten, alle meine Missethat vertilgen und mir mit mächtiger Hand die Pforte des Himmels wieder eröfnen. Er wird mich, wenn ich mich nur seiner Führung überlasse, meinen tiefsten Verderben entreissen, mir Kraft geben, die Welt und die Sünde zu besiegen und mich neu gebühren, daß ich ihm gleich heilig und dann herrlich seyn möge.

Und was ist natürlicher und billiger, als daß ich mich an dem heuti­gen Tag den Empfindungen der heiligsten Liebe ganz überlasse? Liebe erzeuge

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