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178 Wochenblatt

man das Wort gemeiniglich gebraucht, weder thunlich noch auch nützlich und hinlänglich sey, woferne nur die Kinder sonst ein solches Alter ha­ben, daß man ihnen eine stärkere Speise vorsetzen , und sie nach einer ge- wiffen -Ordnung in regelmäßigen Stunden unterrichten kann.

Es ist unnöthig zu erweisen, daß die Sache bey dem großen Hau­fen ganz und gar unthunlich sey. Denn ein jedes Kind erfordert alsdenn wenigstens einen eignen Hofmeister und außer diesem wohl noch verschiedne andre Lehrer, welche zu halten nur ganz vornehmen Personen möglich ist.

Aber auch bey den höchsten Standespersonen ist dieser UnterriMun- zulanglich, wenn man will, baß die jungen Herrn etwas gründliches er­lernen sollen. Ich rede nur von solchen Kindern, die dazu bestimmt sind, ganze Länder, entweder in ihrem eignen Nahmen, oder doch als künftige Staatsmänner zu regieren. Jederman wird eingestehen, daA in beyden Fällen keine gemeinen Kenntnisse erfordert werden, wenn den Pflichten, zu deren Beobachtung die göttliche Vorsehung einigen Menschen die Regier rung über unzählige andere Menschen anvertraut hat, und von welchen sie desfals zu seiner Zeit eine genaue Rechenschaft fordern wird , ein Ge­nüge geleistet werden soll. ' . .

Diejenigen vornehmen und reichen Leute, die ihre Kinder zu weiter nichts bestimmt haben, als daß sie das Vermögen ihrer Voreltern mit al­ler möglichen Gemächlichkeit verzehren, und mit dem Glanz ihrer Ahnen ohne daß sie nach ihrem Beispiel selbst etwas ruhmwürdiges verrichten, sich brüsten sollen, und dabey den glücklichen Einfall haben, daß es noch im­mer Leute genug geben werde, die an ihrer Stelle sorgen , arbeiten und der Welt nützlich seyn wollen, diese mögen ihre Kinder ewig spielen las­sen, aber dabey auch nicht verlangen , daß ihnen wichtige Aemter des Staats, von deren guten Verwaltung oft das Wohl von Millionen ab­hängt, anvertraut werden sollen. Sie mögen immer essen, trinken, ru­hen und tändlen, und geschicktere Leute arbeiten lassen: der Schade, den das gemeine Wesen davon zu befürchten hat, ist nicht beträchtlich. Aber er wird unersetzlich seyn, wenn Leute die biß in ihre mannbare Jahre nichts gethan, als gespielt und sich vergnügt haben, auf einmahl ernsthaft werden, bas schwere Ruder des Staats führen, und Geschäfte besorgen wollen, die sie entweder aus Mangel vorhergehender Kenntnisse, oder