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Wochenblatt-

mäßige Gierigkeit allein in den ungeheuren Ausschweifungen,' derer fit fä­hig sind, anzetteln können.

Die Geschicklichkeit und die Falschheit, die Listigkeit und Bettügerey kommen einander nahe, und sind nicht einerlei-.

ES würde leicht zu beweisen seyn, daß den guten Erfolg einer Unter­handlung nichts mehr versichert, alS die Redlichkeit und Treue. Sie bringen die Hochachtung und das Vertrauen derjenigen zuwege, mit wel­chen man unterhandelt: Ohne sie verliert man eine unendliche Zeit, damair einander nicht trauet; man bekrieget einander wechselsweise; man fürchtet sich Vorschläge zu thun, die gelungen seyn würden; man erwarteteinander an beyden Theilen; unterdessen wird die Sache matt, uud die entscheidende Minute, die sie geendiget haben würde, verschwindet.

Die Redlichkeit und Treue nehmen einen Weg, worauf ihnen die Begegnung ihrer Nebenbuhlerinnen nicht hinderlich ist; sie kommen ihnen zuvor, sie erreichen ihr Ziel, ehe man gewußt hat, daß sie dahin gehen.

Man glaubet, daß viel Geheimnisse in Erlernung der Staats- fünft gebe: ich weis nicht, ob nicht die Gerechtigkeit in der Aufführung das Wesentlichste ist; sie ist in keinem Falle der Reue unterworfen. Ma» könnte einen ganzen Band von Unterhandlungen zusammen tragen, welche nur darum fehlgeschlagen haben, weil man sie dabey nicht angewendet hat.

Wird man denn diesen falschen Grundsatz nimmermehr fahren las­sen, kann man sich denn der Menschen nicht anders bemeistern, als daß man sie betrüget ? Es ist ein kurzer Weg, der Scham erwecket, und eint verächtliche Niederträchtigkeit beweiset: er setzet ein Gebrechen des Ver- standesunh der Fähigkeit voraus. Es würde besser seyn, sich der Staats­kunst zu begeben, wenn man nicht die Gaben darzu hat, als derselben Ge­brauch durch seine eigene Verunehrung zu entweihen.

Mit welchen Augen siehet man diejenigen berufenen Staatsleukt an, welche sich durch ihre Ungerechtigkeiten berühmter gemacht haben, als durch die Macht, dazu sie gelanget sind? Die Ehre verliehrt niemals ihre Rech­te. Ein Ehrgeiziger beneidet vielleicht den Platz, den sie besessen haben ; so viel es ihnen auch gekostet har, denselben zu erlangen; feine Leidenschaft Machet für niemanden ein Gesetz.

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