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Heber wären; sich zum Herrn seiner eigenen Leidenschaften machen, damit man denen, weiche sie prüfen, kein einziges Mittet an die Hand giebet, sie zu entdecken, und ihren Vorthei! daraus zu ziehen.

Eine Menge mittelmäßiger Geister, die sich zur Unzeit auf die Re- gkerungsgeschäste geleget haben, und dieses Vorzugs des Verstandes, der zur Bearbeitung großer Dinge nüthig ist, unvermögend , und noch un­vermögender sind, andern eine Beschäffkigung zu überlassen, die ihre Kräfte übcrsteiget, haben deswegen zur Betrügerei), zur Lügen, zur Unredlichkeit Zuflucht genommen; und es ist ihnen manchmal gelungen. Allein istdie- seölgenung, eine verabscheuungswürdige Aufführung zu billigen , und zu behaupten, daß die allergeschicktesten Staatsmänner nur fertige Betrüger sind? Wer stehet nicht, daß dergleichen gute Erfolge flüchtig sind, daß man über kurz oder lang die ungerechten Wege ergründet, wodurch sie verschaffet worden ; und daß man sich endlich selbst zu Grunde richtet, in­dem man denen, die man einmal betrogen hat, alles Vertrauen benimmt.?

Wehe den Königen, deren Minister die Gewalt nur durch Unge­rechtigkeit und Falschheit versichern oder wieder erlangen; dergleichen Mi­nister khun ihren Herrn, da sie ihr Ansehen verunehren , mehr Schaden, als sie ihnen Vortheil verschaffen können. Wie viel Staaten haben durch rinen einzigen Vertrag ihren wahrhaftigen Ruhm verlohren ?

Man denket unrecht, daß die Angelegenheiten der Fürsten nicht so viel Gerechtigkeit und Redlichkeit, als der Privatleute ihre erfordern, wenn Die Redlichkeit, welche untheilbar ist, mehr oder weniger zuließe. Der Vorhang, womit man die Staatssachen bedeckt, soll nur zur Erhaltung eines zu ihrem Erfolge nöthigen Geheimnisses dienen; er ist aber nicht ge­macht, die ungerechten Ränke zu verheeren. Die Wahrhclt, welche ihn zu seiner Zeit zerreißet, lasset die Triebfedern, die man hat spielen lassen, aufgedeckt sehen.

Man überfällt seine Feinde durch mehr Wachsamkeit; man lasset sie Fehlet begehen, die man sich zu Nutzen machet; man saget ihnen nicht alles, was man denket; man stehet schärfer als sie; man übertrifft sie an Fertigkeit, an Thätigkeit; allein man würde sich schämen Waffen zu gel^auchin, welche die Gerechtigkeit nicht zuläßt; man enthält sich derjeni­gen schändlichen und boshastigen Gewebe, welche der Ehfgeiz und die un- mäßig-