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LS4 Wochenblatt-

Man wird seinem Namen , und seines gleichen ihrem allezeit einen Verhaßten Titel anhangen, davor diejenigen erschrecken müssen, welche eben dieselbe Laufbahn betreten wollen: die guten Erfolge löschen die Schande der Mittel, die man angewender hat, nimmermehr aus. Das öffentliche Gewissen ist ein furchtbarer Richterstuhl, wo man sie mit Strenge ret: von seinem Urtheile kann niemand appelliren.

Vielleicht ist die Staatskunst bey den Römern die Wissenschaft ge­wesen, welche ihnen das meiste Recht zur Bewunderung der Menschen ge­geben hat. Welch eine Menge von merkwürdigen Thaten hat sie nicht bey ihnen hervorgebracht, die alle mit Redlichkeit, Größe der Seele und Großmuth bezeichnet sind. Wenn es den menschlichen Einrichtungen ge­geben wäre, ewig zu dauern, so würde die römische Republik so wohl we­gen der Weisheit ihrer Staatskunst , als der Obermacht ihrer Waffen, darauf haben Anspruch machen können.

Eine unvergleichliche Begebenheit, die nicht so bekannt, als eine Menge anderer, davon ihre Historie wimmelt, ist Tryphons seine. Die­ser Prinz hatte sich des syrischen Thrones bemächtiget, nachdem er denAn- tiochus aus dem Wege geraumst hatte, dessen Vormund er war, und welchem die Krone gehörte. Es kam drauf an, seinen neuen Titel durch einen Rathsspruch zu versichern. Tryphon glaubte, er würde weiter nichts brauchen, als der Römer Augen durch ein goldenes Bild, so zehntausend Mark wog, und die Siegesgöttin diesen Herrn der Welt unterthänig vorstellte, zu verblenden: er ließ sie durch seine Abgesandten nach Rom führen. Der Rath nahm aus Ehrerbietigkeit gegen die glückliche Vor­bedeutung des Sieges, welche das Bild anzuzeigen schien, das Geschenk an: allein er richtete diese Annehmung wider den gewaltsamen Besitzer, und ließ in die Aufschrift des Bildes, den Namen des rechtmäßigen Fürsten graben, dm der Tyrann umgebracht harte-

Eine feurige und kriegerische Nation giebt derjenigen Wissenschaft, welche in ihren Wirkungen langsam, obgleich rühmlicht in ihren Erfolgen ist, nicht gern Platz; alles Warten scheinet ihr zu theuer zu seyn; sie will eben so geschwind siegen, als sie sichte Das Schwerdt, dessen sich Alex­ander zur Auflösung deS gordischen Knotens , der ihm in Wege stund, bediente, ist das Werkzeug, dessen sie sich vorzüglich bedienet, ihre und ihrer Mitwerber Angelegenheiten zu entscheiden.

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