Wochenblatt. 3*5
hen lasset, und sorgen daß er vorhero jedesmahlen mit einem warmen Tuche abgetrocknet werde, und keine ziehende Luft an ihn komme. In dieser Zeit muß man ih.ne das Bette machen. Nechst Diesem ist nöthig, daß wenigstens alle z Tage sowohl das Hemd als Bettücher, aber N. B. wohl gewärmt, gewechselt werden. Denn wenn der Kranke zu lange in dem Mit Schweift angefüllken HrMde lieget, so wird darinnen der Schweiß, und mir diesem Die Fäulniß angehauset wodurch nicht nur die Krankheit unterhalten, sondern auch bößamg und ansteckend wird. Die Unterlassung der Abänderung l es weisen Geräths, die Heise Stuben , und das Einstrem- pfen des Kranken, indem Bette, vermehren die Irrung der Sinnen, und die Faulniß, und verhindern Die Ausleerungen. Wie viele finden sich nicht derjenigen, welchedey gesunden Tagen, ihren Urinliegend nicht lassen können, sondern jederzeit deswegen ausstchen müssen, wann nun ein solcher Kranker liegen bleibt, wie sehr wird er daher nicht beängstiget, hingegen so bald man ihn aufhebet, so gehet das Wasser gleich, und welche Erleich' rerung empfindet er nicht daraus? x ,z
Dieses Verhalten allein kann öfters viele hitzige Krankheiten heilen, wenigstens schaffet solches aliemahl Linderung , und wenn man sich Diefer Verordnung nicht unterwirft, so sind auch die kräftigste Arzneyen > wo nicht allezeit wenigstens doch meistentheils unnütz und vergeblich. Es wäre zu wünschen, daß auch der gemeine Mann einsehen und begreifen mögte, daß sich die Krankheiten, wenn solche einmal in dem Körper emgenistelt, nicht zwingen lieft, sondern eine jede ihren Lauf haben müsse, und daß der Gebrauch heftiger Arzeneien (worzu doch die mehresten Lüsten bezeigen, daher sie gemeiniglich zu Schindern, Schäfern , und andern unwissenden, ganz gewissenlosen Leuten, eher als zu einem gewissenhaften und erfahrnen Medico laufen) die Krankheiten durch den Tod wohl abkürzen kann, hingegen ist es ganz unmöglich, daß solche eine geschwinde Gesundheit verschaffen können, sondern die Krankheit wird viel schlimmer, und langwieriger , ja öfters bleiben davon die betrübtesten Folgen zeit Lebens zurück, wovon sich leider betrübte Beyspiele in allen -Orten finden. Es ist sehr traurig und schändlich, wenn man von einem Geistlichen der Den Ruf hat, das Böse zu bestrafen, und Den Leuten zum guten zu ermahnen , sagen muß, daß er ein Todtschläger, und Lügner seye. Einem Pfarrer so einen Afterarzt agiret, und den Leuten aus dem Harn prophezeiet, können diese Prädicata beygelegtj werden. Jeder! gewissenhaften Medicus
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