zis Wochenblatt.
ziehet sich schon zu Gemüte, wenn unter seiner Cur ein Kranker stirbt, und untersuchet ob er etwa auS nicht genügsamer Einsicht was unterlassen habe, so zur Genesung noch dienen können. Wie muß aber einem solchen, wenn er noch einige Gewiffensrührungen fähig seyn kann, öfters wohl zn Mute seyn , wenn et an die Zahl der Toden denket, so durch seine Unwissenheit und Verschulden dieser Zeitlichkeit entrissen worden, da er doch zum töt’* ten keinen Ruf erhalten. Viele Strasenräuber werden ihrer Bosheit wegen bestraft, und hingerichtet haben aber lange nicht so viele Mordthaten alS ein solcher Vergifter wie solche Afterärzte der berühmte Tiflbt, benähmet, ausgeübet. Ob derjenige sich auch nicht öfters zu Gemükhe ziehe, welcher den (einigen der Fürst!. Verordnung zu wieder auf Irrwegen, und aus ungegründeten Wahn, nach Aftcrärzten zum grösten Nachcheil gelaufen, darüber will einen jeden selbsten urtheilen lassen. Ich fuge zum Schluß nur noch an: wie sich
III.) Die Gesunde, und die so mit Kranken umgehen müssen zu verhalten haben.
Diese müssen vor allen Dingen Gott vertrauen , einen guten Muth haben, und sich nicht fürchten, sie waschen sich öfters mit frischem Wasser, welchem etwas Eßig beygemischet werden kann. Sie spulen öfters den Mund aus mit Eßig darinnen sie Solbri, Weinrauten , und Bermuth legen können; wenn sie schwitzen, müssen sie die Kranken nicht berühren, um den Schweiß zu verhüten, müssen die Stuben kühl erhalten, und starke arbeiten, welche sie in Schweiß setzen können, vermieden werden. In Essen und Trinken müssen sie sich der Mäsigkeit befleisigen, und alle hitzige Getränke meiden. Doch wird nicht undienlich sryn, Morgens etliche Löffel voll reinen Fruchtbrandewein mit Butterbrod zu nehmen. Wer mit Kranken umgehet, kann etwas Kampfer in ein Lappgen gebunden an den Halß hangen. Man kann auch Matix, Cubeben, und Angelikenwurzel in Mund nehmen kauen, und den Speichel auswersen. Vorträglich kann auch seyn, wenn man Morgens nüchtern if. biß 10. Wachholderbeeren käuet, und den Speichel verschlucket, dieses edle Gewächs, stärket nicht nur den Magen , sondern befördert auch die Ausdünstungen , und führet die Umeinigkeiten des Geblüts durch den Urin ab.
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