Einzelbild herunterladen

Wochenblatt.

schicklichsten, allein so groß auch deren Nutzen immer seyn mag, so wenig sind solche ohne dringende Noch bey dem gemeinen Manne üblich.

Auf vorbeschriebene Art, kann zuweilen den grösesten Krankheiten vorgebeugt werden, und falls solche nicht völlig abgewendet werden können, so wird doch die Gefahr jederzeit nicht wenig dardurch vermindert. In die­sem Zeitpunkt thun aber die mehresten das Gegencheil, sie wollen die Schwachheit und das Fröstelnde überlaufen mit Wein , oder.Branden- wein vertreiben, und dadurch machen sie nur das Blut dücker, und schar- ser, und zu Stockungen, und Entzündungen geneigter, und da hierdurch die nötige Absonderungen gehindert werden, so fasset die Krankheit recht Wurzell, und wird in ihrem laufen gefährlich, welche Gefahr hernach mit schwehrer Mühe abzuwenden.

II) Wenn die Krankheit würkllch weiter kommt, und der Kranke mit Frost überfallen wird, so leget sich derselbe ins Bette, und decket bey dem Frost mehr alS sonst gewöhnlich zu. Bey der folgenden Hitze wird er nur ganz leicht bedecket, und ihme gnug dom denen Nro. I ) beschriebenen Getränken gegeben. Wenn nun also die Krankheit eingetretten, muß man Sorge tragen:

i) Daß die Stube nicht zu warm, und die Lust in derselben nicht erhitzet werde, deswegen müssen nur wenige Leute sich in derselben aufhal­ten , und der Kranke mit vielem reden, welche nur das Hirn erschweren nicht belästigt und beängstigt werden. Wann der Kranke den Urin gelassen, oder Hefnung gehabt, müssen diese Auslerungen, so geschwind als möglich weggeschüttet werden. Täglich sind die Fenster bey schöner Witterung zu öfnen, um die Lust zu erfrischen, zu welchem Ende man auch zuweilen die Stubenthüre offen lasset, damit die Luft recht durchstreichen kann, hierbey muß man aber sorgfältig vermeiden, daß die ziehende Lust nicht an den Kranken komme. Daher muß dieses zu verhindern der Vorhang vorgezo- gen, oder in Ermanglung desselben Bettücher oder Kleider in das Bett gehänget werden. Man räuchert die Stuben mit Wachholderbeeren, Wur­zeln oder Reiser, welche leztere in Flammen sehr vorträglich sind, wohl aus, damit die schädliche Ausdünstungen corrigiret werden , wprzu man auch den Dampf von Weineßig, welchen man auf einen heisemStein gie- set mit dem gröften Nutzen gebrauchen kann. Zu meinem Erstaunen Hab­ich bey einem Kranken, noch eine solche Heise Stube angetroffen, als nur

R r * im