Wochenblatt. 67
glanzte Fohi und Confuci'us auf den Altären von China, warum Ma- hometin den Moscheen der Türken ? Müssen Thiere, Pflanzen, gistigeKräu- ter den Egypter fesseln, warum laßt es Gott zu wenn unsere Seelen sich einer angebohrnen Erkenntniß rühmen können. Hier herrscht unselige Ungereimtheit, aber noch weit mehr, wenn alle natürliche Erkenntniß von Gott verworfen wird.
Die Fortsetzung folgt.
Möhrenade.
Ich kanns nicht wissen, ob dieses Getränk schon anderswo beschrieben ist; so viel aber kann ich mit Wahrheit versichern, daß er alles Lob verdient, Ein gewisser Medicus in Braunschweig soll davon der Erfinder seyn. Wer eine Mlohrerrade zu trinken Lust hat, muß dazu rohe gelbe Möhren nehmen, so viel erwill, sie abschaben und reinigen lassen; darnach werden sie in kleine Würfel zerschnitten, und so lange auf dem Ofen ge- dörret, bis sie recht trocken werden, alsdenn werden siegebrannt, wieCaf- febohnen, doch muß man sich in acht nehmen, daß man sie nicht zu schwarz brennt, sondern wenn sie etwas braun aussehen, da ists genug. Hierauf muß man sie auf die Caffemühle bringen und mahlen; von diesen also gemahlenen Möhren nimmt man die Hälfte, und von ordentlich gebrannten und gemahlenen natürlichen Caffebohnen auch die Hälfte, in so vieler Quantität, als man sonst Caffe zu trinken gewohnt ist, und verfährt damit in allen, wie mit rechtem Caffe, und gebraucht ihn zum trinken. Es magS nun jemand vorher wissen, oder mags nicht wissen, daß die Hälfte von gelben Möhren drunter ist, so wirds doch niemand im Geschmack unterscheiden können, sondern die Sache nicht anders befinden, als daß er vollkommen so gut schmäkt, als wie Caffe, der ungemischt von lauter guten Caff bohnen gebrannt und zugerichtet ist. Die Probe, die ein jeder davon beliebig machen kann, wird ihn gänzlich überzeugen, daß nichts ist übertrieben worden.
Es hat einmal einer, ich weiß nicht mehr, wo ichs gelesen habe, den Ueberschlag gemacht, daß jährlich vor mehr als eine Million Gulden bloS vor Caffe, der in Teutschland getrunken wird, in fremde Länder geschickt und ausgegeben würde. Da nun, wie ein jeder ganz gewiß aus der Probe muß überzeugt werden, auf vorhin beschriebene Weise die Halste gel-
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