6t Wochenblatt-
be Möhren zum Caffe können genommen werden; so müste es eine grose patriotische Freude verursachen, wenn Teutschland sich belehren und bekehren liefe, durch den Gebrauch der Möhrenade jährlich fooooo fl. zu ersparen, zumal niemand an seinem Geschmack etwas vertiehrt noch einbüst.
Das wäre verweile ein Nutzen. Noch einer wäre dieser: wer auS Sparsamkeit nur bisweilen Caffe getrunken hatte / der könnte ihn künftig mir nicht mehr Kosten alle Tage trinken. Der dritte Nutzen bestünde darinne: wer ihn alle Tage zu trinken, gewohnt ist, erspart die Halste von seiner Ausgabe, wenn er aber nichts ersparen wolte, so könnte er ihn vor das nemliche Geld Tag und Nacht trinken. Etwa giebts noch mehr Nutzen , die ich aber unmöglich alle wissen kann.
Was wäre nun vollends davon zu halten ? Weil die Leute, wo der Caffe wachst , vielleicht keine gelbe Möhren haben, und et- wan künftig Appetit bekommen mögten, von unserer Möhrenade zu trinken; könnte man nicht ganze Schiffe voll gelbe Möhren nach Olt-und West «Indien schicken, und Caffcbohnen davor einrauschen? zum wenigsten wär es doch ein ganz nagelneuer Handel Wenn jemand Lust hätte, die Einwendung zu machen, daß sich die Möhren nicht halten würden, zumal unter der Linie, so antworte ich darauf: davor mögen die Materiallsten sorgen, denn die verstehen ja das conserviren; oder man müste neben der Lmie vorbey fahren.
Indessen habe ich Sorge, wir bekommen mit der Zeit noch allerhand wunderliche Arten; bisher haben wir Schokclate getrunken, und trinken sie noch, vor kurzem ist die Rockelade aufgekommen , jezt erscheinet die Mohrenade. Wenn ich nur gleich Pimpinellwurzel bey der Hand hätte, so wollte ichs , nur des drolligten Namens halber,auch damit probiren, vielleicht bekämen wir auf die lezt eine Pimpernade. Wenn aber jemand noch über das alles einen Versuch mit dem sogenannten Stmcus marinus machen wollte, und es ihm damit gelingen würde, so gäbs endlich noch gar eine-----aber alodenn. wärS
nicht mehr auszustehn.
Zu


