Ausgabe 
30.7.1771
 
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Wochenblatt. i s-

Hat man aber auch zu diesem Vesteken keine Zeit, alsdan kann man einen Acker ordentlich, aber ja nicht zu dick besäen. Sind die aufgegan­gene Pflanzen etwas erstarket; alsdann verropfet man sie bey einem feuch­ten Wetter, damit sie nicht zu nahe beysammen stehen; und wo etwa ei­nige leere Stellen sind, die besetzet man mit denen ausgeropsten Pflanzen, wovon hernach dasjenig, so hier zu nicht nöthig ist, dem Viehe verfüttert wird.

Von Unkraut müssen solche Aecker rein gehalten-und deshalb mit der Haue mehrmahl bearbeitet werden, welches Aufloekern dann auch denen Pflanzen zu ihrem Wachsrhume gar sehr hisset und dennoch so ost wieder­holet werden sollte, als man die Stauden blatet, ohne jedoch die Erde an Vie Wurzeln hinan zu ziehen.

In der Mitte des Brachmonaths, und, wann daö Wetter warm und feucht ist, noch früher, kann man diese Wurzeln blaken, und mit de­nen Blattern sowohl daS Rindvieh, als auch die Schweine fütteren. Man lasset allemahl die vier mittelste Blätter stehen. Wann das Wetter nicht gar zu wiedrig ist, kann man dieses Blaten alle 14 Tage bis ; Wochen wiederholen, so daß man bis an das Ende des Octobers 6 bis 8 sehr er­giebige Erndten, zu dem Sommerfutter, von diesem Gewächse hat.

Dcr beste Nutzen aber ist noch in dem Winter: dann da auf einen Morgen Landes zo bis zfooo Pflanzen gehen , so kann man bey recht gutem Gedeien 10, iz ja wohl if Wägen voll Wurzeln rechnen, wel­che man an dem Ende des Octobers auSthut.

Sie werden in dem Keller aufgehoben und daselbst auf Haufen ge- leget, da sie sich dann bis in den Jenner und Hornung ganz wohl hal­ten, und alsdann verfüttert werden, wann man keine weise Rüben mehr hat. Ohne Zweifel können sie auch , gleich diesen, iu Gruben ausbehal­ten werden.

Bey dem Austhun muß man ihnen alle Blätter abnehmen , sonst wachsen sie aus. Gut ist es, wann man sie bey trocknem Wetter aus­nimmt.

Gleich in dem Frühjahre, so bald es nur seyn kann, setzet man et­liche derer schönsten und recht rothen Wurzeln aus, um Samen davon zu ziehen. Diesen bekommet man dann wie bey dem Mangolde. Nur muß man die vorderste Spitzen von denen Samenästen , bey dem Ein- samlen wegwerfen, weilen solche nur kleine und unvolkommene Samen- x bollen tragen.

Nach-