Wochenblatt. i s-
Hat man aber auch zu diesem Vesteken keine Zeit, alsdan kann man einen Acker ordentlich, aber ja nicht zu dick besäen. Sind die aufgegangene Pflanzen etwas erstarket; alsdann verropfet man sie bey einem feuchten Wetter, damit sie nicht zu nahe beysammen stehen; und wo etwa einige leere Stellen sind, die besetzet man mit denen ausgeropsten Pflanzen, wovon hernach dasjenig, so hier zu nicht nöthig ist, dem Viehe verfüttert wird.
Von Unkraut müssen solche Aecker rein gehalten-und deshalb mit der Haue mehrmahl bearbeitet werden, welches Aufloekern dann auch denen Pflanzen zu ihrem Wachsrhume gar sehr hisset und dennoch so ost wiederholet werden sollte, als man die Stauden blatet, ohne jedoch die Erde an Vie Wurzeln hinan zu ziehen.
In der Mitte des Brachmonaths, und, wann daö Wetter warm und feucht ist, noch früher, kann man diese Wurzeln blaken, und mit denen Blattern sowohl daS Rindvieh, als auch die Schweine fütteren. Man lasset allemahl die vier mittelste Blätter stehen. Wann das Wetter nicht gar zu wiedrig ist, kann man dieses Blaten alle 14 Tage bis ; Wochen wiederholen, so daß man bis an das Ende des Octobers 6 bis 8 sehr ergiebige Erndten, zu dem Sommerfutter, von diesem Gewächse hat.
Dcr beste Nutzen aber ist noch in dem Winter: dann da auf einen Morgen Landes zo bis zfooo Pflanzen gehen , so kann man bey recht gutem Gedeien 10, iz ja wohl if Wägen voll Wurzeln rechnen, welche man an dem Ende des Octobers auSthut.
Sie werden in dem Keller aufgehoben und daselbst auf Haufen ge- leget, da sie sich dann bis in den Jenner und Hornung ganz wohl halten, und alsdann verfüttert werden, wann man keine weise Rüben mehr hat. Ohne Zweifel können sie auch , gleich diesen, iu Gruben ausbehalten werden.
Bey dem Austhun muß man ihnen alle Blätter abnehmen , sonst wachsen sie aus. Gut ist es, wann man sie bey trocknem Wetter ausnimmt.
Gleich in dem Frühjahre, so bald es nur seyn kann, setzet man etliche derer schönsten und recht rothen Wurzeln aus, um Samen davon zu ziehen. Diesen bekommet man dann wie bey dem Mangolde. Nur muß man die vorderste Spitzen von denen Samenästen , bey dem Ein- samlen wegwerfen, weilen solche nur kleine und unvolkommene Samen- x bollen tragen.
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