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Gicsscr

Dienstags dm zo. Julü 1771.

Mit Hochfürstl. Hessen Laemstädtifcher gnadlgster Erlaubnis.

Folgender Brief ist uns zugesthickt worden.

Meine Herrn!

höre hin und wieder, daß mein von einer Grabschrift handelnder, und ihrem rtten und 26ten Stück des Wochenblatts eingerückter Aufsatz, übel verstanden, und wohl gar boshafterweise ausgesegt wird. Ich finde daher für nöthig,' meine wahre Meynung deutlicher m erklären, und Sie zu ersuchen, diese Ehrenerklärung ihrem Wochenblatt einzuverleiben. Ich erkläre also hiermit,

Erstlich, daß ich alle diejenige hertzlich bedaure, die so kurzsichtig sind, und so wenig von der Satire verstehen, daß sie sich einbilden kön­nen , ein jeder Aufsatz dieser Gattung müsse gerad eine gewisse und einzelne Person zum Original gehabt haben, auf welches sich alles beziehen müsse, gleich als wenn man nicht aus zehen Originalen ein Bild zusammen setzen könnte, das zwar von einem jeden einige Züge enthielte, aber im Gan­tzen betrachtet auf keinen Menschen in der Welt paßte Man muß noch nichts gelesen haben wenn man dieses nicht weiß. Würde man es nicht lä­cherlich finden, wenn ein Dorfschultheiß ohnweit Leipzig sich über den seli­gen Gellert hatte beschweren wollen, daß er ihn an der bekannten Erzeh- lung: verjünge Drescher, characterisirt habe? Und sollte der Dichter diese Erzehlung nicht haben machen können, wenn er auch gleich den wichtigen Mann dieses -Dorfes, niemals gekannt hätte?

H h Zwep-