9d Wochenblatt.
demico vsrgefailcn. Der Bau wurde den 25 August 1607 angefange», und also gantz kurtz nach Erlangung der kaiserlichen Privilegien. Damals legte im Namen des Durchiauchtitzsten Stifters der Kantzlcr des Giessischen DicafteriuMs Ioh. 0trupp roh Gelnhaußen, den ersten Grundstein, rechter Hand, und den andern ltückcr Hand , im Namen der Universität D. Lntonu, als destgnirrer Unrvcrsitälskantzker, unterPauckenundTreM- petenschall. Und nun wurde alles dergestalt betrieben, daß im September des >6o8teu Jahres das Gebäude schon völlig aufgerichtet war. Loch konnte es, wegen der künstlichen und prächtigen Ausarbeitung, nicht eher als im Jahr 1611 bezogen werden. Die Einweihung geschah durch eine darin ftnerlich gehaltene Lob - und Danckfagungsrede , wornach unmittelbar ; Dodtores Iuris, deii folgenden Tag aber t ; Magiftri und s Bac- calaurei, auch kurtz hernach ; Dodtores medicinae creul wurden. Eine theologische Promotion konnte erst rm Jahr 1613 angcstcllt werden, da ^elvicus, Finck, und Joh Weber den theologischen Oockerhut von B. M.ntzer darin echielten. ElNi? «eiste und ausführliche Beschreibung dieses Collegii findet sich in Conrad Dieterici inftitutt. orat. p. m. 68- 70e ^or Erbauung desselben hatte Anfangs die Universität, und das ihr gleich damals ernverleibte Pädagog, einige Stuben auf dem Ratbhauß ein , daher auf den ältesten Difpuratlonen stehet: in maiori auditoriö Curiae. Das Paedagogium war im Auditorio minori. Als aber in beyden Auditoriis bie Anzahl der Lehrlinge sehr anwnchs , wurde der Universität das neue Fürst! Schloß, bis zur Beziehung dec Collegii eingeraumt, welches wahrscheinlich 1609 geschehen. Das Pädagog aber blieb bis 1617 auf dem Rathhauß. Nachdem lM Jahr 1625 die hiesige Akademie nach Marburg verlegt worden, nahmHerr LandgrafGeorg H. seiNeResidenz zu Giessen in dem Collegia. Damals begab sich im Jahr «636 dieser besondre Zufall darinnen, daß ein von verborgenem Feuer sehr beschädigter Balcke, woraufeben der Fürst mit seiner Gemahlin und noch 4 andere Personen stunde, zerbrach,.und sie sämtlich mit ihm ein ganzes Stockwcrck herunter in em andres durchfiUcn, dennoch aber niemand, durch die väterliche Obhut Gottes, einen Schaden nahm. Siehe das Ehrengedachtniß Georgs II. S. 2.15.
tz) Dies ist eben das Fürst!. Schloß, welches noch jetzo neben dem Collegio stehet, aber längst kein Archiv mehr ist.
i e) Das Zeughaus;, welches A. 1588 fertig wurde, ist aus lauter Quaterstü- cken anfgeführt und eins der grölten und prächtigsten Häuser, das sich finden läst. Nahe dabey stund eine überaus künstlich gebaute Rößmühle, die aber vor einigen Jahren abgebrochen worden.
4 Die Luft zu Giessen ist gesund. Dann die Stadt liegt nicht zwischen Bergen, daß schädlicher Gestanck und faule Dünste, durch ihre aiktiae Verdickung/ die Lust verderben tönten / sondern! sie genießt einer sreyen


