Ausgabe 
28.5.1771
 
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Giesser "

Woche nv lall.

Zwey und Zwanzigstes Stück.

Dienstags den rgeen Mav 1771.

Mit Hochfürstl. Hessen Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis.

Fortsetzung der Dr'etn'chr'schen Beschreibung der Stadt Giessett mit Anmerkungen von M, K* *

einigen Jahren ist auch das Collegium Ludoukianum mit einer fast königlichen Pracht aufgeführt worden. Dieses herli- che Gebäude zieret, gleich dem Jaspis in einem goldenen Ring, den ganzen Umkreis der Stadt, a) Ferner findet sich hier das neue Schloß, welches zum Fürst!. Archiv gebraucht wird; b) und endlich daS mit grosen Kosten von Ludwig dem altern ( A. 1536.) erbaute fürtref- liche Zeughauß, das mit allen Arten nüthiger Wasenrüstung dergestalt angesüllt ist, daß ihm auch auswärtige Länder einen grosen Vorzug zuae- stehen müssen, c)

a) Der glorreiche Stifter dieses prächtigen Cettcgii, dergleichen man aufan­dern Universitäten noch jetzo vergeblich suchen wird, ist Üubrvtct V, mit dem Zunamen der Treue, ein Fürst der in philofophicis und humanio, ribus auch in den Rechten überaus erfahren war und gelehrte Leute so hoch ästimiere, daß er nicht leydcn konnte, daß jemand von denselben übel und verkleinerlich redete daher er auch nicht eher geruhet bis er durch Auswür- kung vieler Interceßionen vo» Evangelischen undRömischcatholischenCbur- und Fürsten des Reichs, auch durch eine Reise zu Kaiser Rudolph II nach Prag die Priuilegia academica ausgewürckt. Das Programma inuitato- rium ist von »dm selbst aufgesetzt worden. Die neue Umvirfttdt hat er vielfältig sein bestes und kostbarstes Kleinod genannt. Sein Herr Vater Georgi, zugenannt der .front nie, stiftete in kurzer Zeit 13 Schulen in sei­nem Lande. S. Webers prodromum oder Vortrad derjenigen Nach­richten und Solennitäten, so bey dem 1707 celebrirten lubilaeo aca-

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