Ausgabe 
23.7.1771
 
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Wochenblatt-

IfO

Nachricht-

Herr Gleim hat fid) endlid) entschlossen, die Sehnsucht des Pub- lieums nach einer achten und vollständigen Ausgabe seiner sämtlichen Werke zu befriedigen, und hat die Besorgung derselben Herrn Canoni- eus Jacobi aufgerragen, dieser verspricht den möglichsten Fleiß darauf zu verwenden, und ins besondere auch für den äußern Schmuck eines sol­chen klaßischen Dichters unsrer Nation zu sorgen. Da er aber dabey den Weg der SubCcription (a i. Louisdor) eingeschlagen, und nicht eher mit dem Drucke anfangen lassen wird , als bis eine hinlängliche Anzahl Subfcribenten vorhanden find, so hat er nicht nur den vornehmsten Buch­handlungen, sondern auch einigen Liebhabern der schönen Wissenschaften aufgetragen, LubsLripcion anzunehmen. Stolz unter diesen genannt zu seyn, eile ich meinen neuen Mitbürgern diese Nachricht bekannt zu ma­chen, und hege das Vertrauen zu ihnen, daß ihnen die Namen Gleim und Jacobi ohne meine Empfehlung ehrwürdig sind.

Christian Heinrich Schmid,

Do£tor der Rechte und Profeffor der Dichtkunst.

Auf hohen Befehl und Genehmigung 8 rehiflimi noflri ist ein neues Gesangbuch von Herrn Hofprediger Ouvrier in Darmstadt zusammen ge­tragen worden. Die erste Absicht ist die Erbauung zu befördern. Wer weis nicht, wie viel ein rührendes und feuriges Lied dazu beytragen kann; und wem ist unbekannt, daß dergleichen Verbesserungen fast in allen protestan­tischen Landern schon längst getroffen sind; mit) daß es der allgemeine Wunsch seye, daß viele Lieder in den alten Gesangbüchern welche durch unschickli­che Ausdrücke verunstaltet, und der Andacht mehr hinderlid) als förderlich sind, entweder verbessert , oder ganz weggelaffen werden möchten; wie auch daß man mehrere geistreiche Gesänge, welche dieser und jener Wahr­heit des Christenthums, und dem öffentlichen Vortrag derselben angemes­sen seyen, zum Gebrauch des Gottesdienstes haben könnte. Diesen Wunsch werden wir in diesem neuen Gesangbuch vollkommen erfüllet sehen, indem diese Arbeit einem Gelehrten in die Hände gefallen ist, dessen Eifer für die Religion und guter Geschmack durch seine so gelehrten als erbaulichen Schrif­ten schon längstens bekannt sind.

Dieses Gesangbuch wird aus 600 Liedern bestehen, und nach Art des Zollikofenschen eingerichtet seyn. Die besten alten Lieder von Lu- v eher/