Ausgabe 
22.1.1771
 
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Wochenblatt.

chen Kälte tiefer fallen als der andere, und bey em und eben demselben Grad der Warme höher steigen.

Dieses allein ist schon genug die Beobachtungen verdächtig zu ma, chen. Smd dann die Thermometers, nach welchen die Beobachtungen, welche wir in öffentlichen Blattern lesen, gemacht sind wordem etwan von einem sich vollkommen gleichen Weingeist gemacht? Ware der, womit man die Röhren An. 1709. und 2740. gefallet hatte von eben der Güte, nicht geringer und nicht schlechter, als womit die jetzigen Röhren gefüllet sind ? -Oft tbut man sich etwas darauf zu gut, daß man noch das ndm» liche Thermometer besitze, welches man An. 1740. gehabt babe. Allem der Weingeist dunstet aus; seine Quantität, die allerdings wie auch der Augenschein schon lehret, in Betrachtung kommt wird vermindert; und wann auch dieses durch feste Verschliesung der Röhre wäre verhindert worden, so hängen sich die feinsten Theile an die Höhe ins Glas und wird er doch schlechter, und zwar wegen der Materie womit er gefärbet ist, welche ihn zäher macht, oder sich auch von ihm sepamet daß er dar durch geändert wird.

Bey dem rNerkunus isi der nämliche Grund, denn er ist ebenfalls so gut verschieden als der Weingeist, folglich gilt auch daS von demsel­ben was von jenem gesagt werden kann.

Die gläserne Röhre macht allerdings gross Verschiedenheit, so wohl nach der Größe ihrer Höhlung / als auch nach der Größe ihrer Rugel und auch ihrer Länge. Wann die Kugel groS ist , so fasset sie mehr Merkurium als wann sie klein ist. Die Ausdehnung muß also bey einer grösernen Masse viel merklicher werden als wie bey einer kleineren. Die Eintheilung soll hier zwar zu Hülfe kommen , aber wenn es sehr hoch steigen soll , so wird es sich nicht gleichförmig bleiben. Ist nun die Röhre noch dazu sehr weit, so kommt die schwere des in derselben befindlichen Merkurii in Anschlag, und verhindert das Steigen merklich. Man könnte hier noch verschiedene mögliche Verhältnisse der Kugel, der Weite der Röhre, und der Länge durchgehen und zeigen , daß nach der Ver­schiedenheit derselben auch ein verschiedener Grad bey einerley Wärme angedeutet werden müsse. Es ist abergenug daß die Unrichtigkeit schon aus einem Stück erhellet.

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