Ausgabe 
18.6.1771
 
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Wochenblatt.

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gebracht hat, (denn sie war schön,) so danckbar seyn, daß er auf mein Verlangen mir einen Brief zum Beweist meiner Gelehrsamkeit, bloß um der Leute willen, (denn ich selbst habe mirS noch nie einfaüen lassen , ei­nen Augenblick daran zu zweiflen,) schreiben sollte? - Und aus Italien? Nun da habe ich einen Verwandten, der zur catholischen Religion über# getretten ist, und welcher wegen seiner starken Baßstimme, die er theils durch Rheinwein, theils durch sächsisches Vier zu einem hoben Grad der Vollkommenheit gebracht hatte, in großem Ansehen steht. Sollte mich derselbe durch seine große Verdienste nicht irgend einem gelehrten Cardinal empfehlen können, daß ich an ihn schreiben durfte, und er meinen Brief mit einem Recepiße beehrte? Denn weiter braucht es nichts: es istMon genug daß man nur ein paar Zeilen von einem solchen angesehenen Mann erhält, wenn gleich im Grund nichtö drinnen stcht: man kann doch jeden ungläubigen Neider dadurch überführen, daß man auch sogar außer Deutschland bekannt sey.

Was das für ein Geschwätz ist ? Halt der Mann seine Leser vor Narren? Sollte man nicht meynen man hörte Tristram Sckandys Oncle die Episode von der Affaire bey Namur, und von der Attaque auf die Wittwe Woodmann erzehlen? Wer hat ihn denn ersucht? Und warum? Der Eingang wird wohl langer seyn, als die ganze Rede?

Geduld l meine wißbegierige Herrn? Es wäre das erstemahl nicht, daß der Eingang, gleich dem Kopf eines Wallßsches größer wäre, als die ganze Rede Ist mancher kleiner Herrn großer Titel nicht größer als ihr ganzes Laconischcs Landgen?

Ich bin ersucht worden von einem entlegenen Ort in Deutschland. Man hat mir aber weder Ort noch Namen der Person getrennt, und will doch eine Antwort von mir haben , und deswegen vorgeschlagen, meine Antwort diesem Wochenblatt einzurücken. Und dieses ist die Ursache wa­rum ich viele andre Leute, die diese Sache gar nichts angeht, damit be­schweren muß. Man hat mir eine .Caroline vor meine Mühe, die man mir schon zustellen wolle, versprochen; und die möchte ich doch nicht gern mißen : sollten auch alle Leser dieser Blätter vor langer Weile einschlafen. Dergleichen Sachen kommen uns Gelehrten gar selten, und es find Strrchvügel, die man nicht fliegen lassen darf, wenn man sie fangen kann. Wer weiß, wenn sie wieder kommen?

Ich bin ersucht worden um eine Gradschrist eines berühmten Man­nes , dessen Ruhm sich aber nicht biß m meine Gegend erstreckt hat.

Bb z Warum