Wochenblatt. ' 8>
der menschenfeindliche Hertzog Alba das Wort tückischer Weife so gefchrie/ den, daß es auch ewiger tonte gelesen werden. Kurtz Philipp muste em Gefangner bleiben und sich überall dem Kaiser nachführen lassen. Was dabey dieser theure Fürst ausgestanden und wie indessen seine Feinde gegen ihn und sein Land gewütet, ist mit keiner Feder zu beschreiben. Als er nun ins sechste Jahr unter solchen Drangsalen geseufzet und alle Vorbitten der Chnrrrmd andern Fürsten, auch groser Könige fruchtlos blieben, und die Bedruckungendes Kaisers und Pabsts dem gantzen Reich unerträglich wur- den: faßte endlich Churfürst Moritz auf dringendes Bitten des heßifchen Priutzen Wilhelms den heldcnmüthigen Entschluß, ihn durch Gewalt der Wafen zu befreyen und den äuserst bedrängten Protestanten Ruhe zu schaffen , es koste auch was es wolle. Zu dem Ende machten er, Marggraf Albrecht von Brandenburg und der heßische Printz Wilhelm ein Bünd- niß mit dem König in Frauckreich, -Heinrich 11. Dieser fiel darauf gleich in Lothringen ein, Churfürst Moritz aber ging mit einer Armee Sachsen, Brandenburger und Hessen, welche letztere ihr eigner Printz commandirte, in höchster Eil auf den Kaiser loß und überraschte ihn so unvermuthet zu Jnspruck in (Tyrol, daß er ihn ohnfehlbar zum Kriegsgefangenen gemacht harre, wenn er sich nicht noch einige Stunden zuvor in der Nacht, bey Fackeln, nach Dillach in Därndten geflüchtet hätte. Nun sah sich der Kaiser genöthrget so wohl den gefangenen Churfürsten Johann Friedrich, als auch den Landgraf Philipp auszulieftrn und auf freyen Fuß zu stellen, auch überdas den berühnttcn Passauischen Vertrag und den darauf erfolg- ten Religionsfrieden zu schließen. Landgraf Philipp war damals f Iahe s^Monath und »g Tage in der Gefangenschaft gewesen und kam den roten September 1-152 zur unbeschreiblichen Freude seines gantzen Landes in Marburg wieder an. Nachdem er hernach noch viele herrliche Anstalten zum Flor seiner Laude und zur Aufcechthaltung der reinen Lehre und unge- kranckten Gewissnsfrcyheit gemacht, starb der glorwürdigste Fürst im 6z. Jahr seines Alters den zi ten Mertz 1567. Er hinterließ vier Printzeu, die sich in sämtliche Lande theilten. Landgraf Wilhelm der älteste, der feinen Herrn Vater aus der Gefangenschaft befreyen Helffen , bekam nach dem väterlichen Testament die Helfte des Landes, nämlich das gantze Nie- derfürstenthum Hessen; Ludwig der ältere das gantze Oberfurstcnthum, worin Marburg die Hauptstadt, als einen Vierthell; Philipp H. die Nieder- grafschaft Catzenellenbogen, worinnRheinfels die Residenz, und Georgi, der Stifter der Durchlauchtigsten Darmstadtischen Linie, die Obergrafschaft Catzenellenbogen mit Darmstadt, wozu hernach noch ein Erbtheil von Philipp 11 und ein sehr ansehnlicher Zuwachs aus der Verlaffenschaft Ludwig des älter» kam. Auf Georg folgten am Regiment: Ludwig V, Georg II, Ludwig VI. VII./VIII, IX, unser gegenwärtig regierender Durchlauchtigster Landesvater.^'"
f) Petrus paganus, aus Wanfried in Hessen gebürtig, war ein von Kaiser Ferdinand I» gekrönter Poet und hernach Profeflbr poefeos und hiftoria-


