Wochenblatt 177.
Baccalaureus Philofbphiae, und 1601 Magifter PhijnC Hatte bemqch sinnes das Studium Iuris ju treiben, und auch schon wirklich dazu den An- fang gemacht; wiewohl auf Anrakhen seiner lieben Eltern und andrer guten Freunde, änderte er sein Vorhaben, und ergrif das Studium Theo- logicum ; wormnen ihm sonderlich D. Jeremias Vietor Stadtpfarrer und Superintendens allhier Vielen treuen Beystand geleistet. Im Jahr 160?. wurde er nach Atßfeld berufen , der Jugend in der dasiqen lateinischen Schule vorzustehen; wobey er zugleich die Pfarrstelle zu Elberode versehen. 1^04. kam er als Pfarrer nach Kirchverse; aber wegen eingefuhrten Cal- vinifmi gab er dieses Amt wieder auf; wie dann in den Hessen Casselischen Landen die resormirte Religion die Oberhand gewann. 160;. wurde er nach Münster, ohnweit Butsbach als Pfarrer berufen, welchen.Berufer auch angenommen, und die dasige Pfarrstelle 16 Jahre lang versehen. Hierauf berufte ihn der Stadtrath zu Worms als evangelisch lutherischen Prediger daselbst, und hat dieses Amt in der Woche Mifericordias Domini angetretten, als eben hundert Jahr verflossen, da der seel. Luthe- rus bey dem Reichstag zu Worms erschienen, welches er bey diesem Beruf als eine besondere göttliche Führung von guter Bedeutung ansahe 1624. trug ihm Herr Landgraf Philipp das Jnlpedorat zu ohn»
weit Butsbach an, welchen Beruf er sich abgebeten hat.
Als 16)6. D. Johann Dietrich hiesiger erster Stadtpfarrer und Supermrendens seelig verstorben, so wurde ihm diese Stelle angetragen, welche er auch annahm , und derselben sechs Jahre lang und etliche Monate mit vielem Ruhm vorgestanden. Im Jahr i£of. hat er sich mit Larharma/ Herrn M. Georg Schlanhofeir / Pfarrers zu Merlen, Tochter verheurathet, und in einer vierzehenjahrigen Ehe mit derselben erzielet, 2, Söhne, und s Töchter, welche aber alle ihrem seel. Vatter in die Ewigkeit vorangegangen, ausgenommen eine Tochter, welche zu WormS ist verheurathet worden. Im Jahr 1619. frort er zum andern- mal in den Stand der heiligen Ehe mit Frau Anna Maria , gebohr- ner von (Dtterait, weiland lufti Eckhardi I. V. D. Wittib, mit welcher er 1. Sohn, und 2. Töchter gezeuget, von welchen Kindern eitle Tochter den seel. Vatter überlebet, die an M. Conrad Faber/ Pfarrer zu Butsbach ist verheurathet worden.
Zuletzt ist der seelige Superintendens eine geraume Zeit mit dem Podagra behaftet gewesen; wozu ein gefährliches Fieber sich geselleke; an 2h 3 welcher


