Ausgabe 
11.6.1771
 
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Giesser

K o H e n ö l ll t t.

Vier und Zwanzigstes Stuck«

Dienstags den n. Ium'i 1771.

Mit Hochfürstl. Hessen Oarmstndtischer gnädigsten Erlaubnis.

Fortsetzung der Dietrichischen Beschreibung der Stadt Giessen mit Anmerkungen von M. K * *

8. unsrer Hauptzierden ist der hier blühende reine Lehrbegrifund bisher unverfälscht gebliebene Gottesdienst, a) Diese Wohl- that hat die Stadt den treuesten Seelsorgern -und berühm­testen Männern, Die ihr iwon lange Jahre durch Lehre und Wanvel rühm­lich vorgestanden, zu verdancken. Unter diese gehören vorzüglich Henrich Orth/ der hernach Prof. Theol zu Marburg ward, b) Georg CTü grinus/ der Superintendent der Grafschaft Nidda, sonderlich wegen sei­ner berühmten Schriften, c) und zu unsrer Zeit Jeremias Victor/ der heil. Gottesgelahrtheit Docror und Superintendent, d) an dessen Stelle, nach seinem Tod, Joh. win^elmann, der heil Schrift Doctor, er­ster Prof. Theol. und Superintendent gekommen, der noch gegenwärtig durch reine Lehre und einen gottseligen und strengen Wandel seinem Amt eifrig vorstehet, e) Allein das fürtrefiichste Kleinod, das andre Schätze weit übertrift, ist dieses, daß bey entstandener und überhandnehmender Verderbniß der reinen Religion in Hessen, k) im Jahr 160 s durch GotteS Beystand unser gnädigster Nutritor LandgrafLudwig/ der Treue/ eine hohe Schule hier angelegt, die Kaiser Rudolph 11 im Jahr 1607 mit akademilchen Privilegien begnadiget, g) Diese Akademie ist nun die voll­kommenste und berühmteste Schule, verwahren und reinen Religion, die sonst aus Hessen zu entweichen anfing, wie auch aller Facultäten, Wissen­schaften, schonen Künste, Tugend und Gottseligkeit, aus welcher, wie

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