Ausgabe 
7.5.1771
 
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74 AV-chenblatt.

M etwa ehemals an dem Ort, wo jetzo Giessen, oder doch die Burg sie­bet, eine angesehene Familie, die sich Gissonen (Giezonen) oder Gies- ten genannt, aufgehalten habe, wovon hernach der Name der Stadt: die (vressen, «nd die Redensarten: zu den Giessen , bey den Giessen tc» entstanden; gleichwie viele glauben, daß St^ Goar von einem daselbst sonst wohnhaft gewesenen Einsiedler, dieses Namens, benennet worden. Siehe den Rheinischen Antiquar. S. <68.

Don dem Ursprung der Stadt schreibt Lbrah. Saur, ein vorma­liger 'ridvocat zu Marburg, in seinem A. 1593. herausgegebenen thcatro vrbium paruo S. 20c. also: Giessen ist vorzeiten ein klein Nest oder Dorf gewesen, D ewu nge n genannt, in einem Schlamps oder ^üchnrals vom Regenwasser so hausse«rweiß daselbst hlngefiosten kommen Giessen, confiuentia fiuldaiis genannt ?vordeu. Ls rst em -^eingrabe umhcro , mrd wie nun sagt, auf dem Marckt so nef gewesen, daß die wagen bis an die 2lx*n sevn emgegangen. Man weiß aber nicht, wenn es zu bawen feve anae, fcl*3ust. winckelmann aber gibt in seiner M. Chromck, die er 1697. geschrieben, Th. 2 Cap 6» folgende Nachricht: Der urHrunglr^en Erbauung Giessens ist man nicht allerdings ger wch. Glaubwürdig wird dafür gehalten, daß vor gar alten Zeiten drep Dörfer, als Seltzer, da uzodas Seltzerthor, Gropbach, vor den» Neustättcrchor, annoch das Gropbacherfcld genannt, und Lstheim, wo imo die Gasseder Asterweg genannt stehet, allhier sollen gcwcr sc» scyn, darzwischen zunächst cm Burgschloß gestanden, irzo noch die alte Burg genannt (wodurch ohne Zweifel die von Schwalbachrfche Bura verstanden wird) dessen alte Mauern mit dem Umgang und Schieß­lochern m der Mrtte zu sehen, welcher Ort, wegen des damalen umgebenen Niorasts sehr fest gewesen, wie stch denn nochvor '^ah, ren sehr rief unter der Erden, ein auf starcken psälen gepftasterrcr s.-mrv-g vor dem Seltzerchor gefunden hat, welcher dLLr Zett zu dem Ende , dannt man die Straßen brauchen können , ge­egt gewesen. Lus solchen dreien Dörfern ist hernach ein Stadt, lein erbauet, welches wegen Ergiessung des zusanmrengeflossenen Wassers Gress» mag seyn genennt worden. Das Städlei,; ist 2\tv fangs rund gewesen, wie dessen alte Mauern hin und wieder auf? welsen. In gedachter alten Burg find die Gebäue und Gründe frey darm ist auch die Superintendur mit Sauß, -5Zof, Stall und Garten begnssen, an deren von Schwalbach adelichen Wohnung ist vormals ein Fürst!. Lehen gewesen, aber im ^ahr 158s' mir Lewr - ligung des Landestursten von den S a l v e l d e n erblich zum Ober- pfarrhauß erkauft Lls nach der-LZand die Bürgerschaft zugenom" men, haben sie wegen des fruchtbaren Feldes, Wicsenwachs und des vorbeyflrefendenflschre»chen Lohnflusses, erlichevorMte erbautw.

d) Das