L-Z Wochenblatt.
wo ihm zugleich das Lob beygeleget wird, daß er em wohlverdienter und friedliebender Mann gewesen sey ; dergleichen wird gemeldet , daß seine Arau Elisabetha Catharina, am roten Jul. 1699. zu ihrer Ruhestätte seye gebracht worden, nachdem sie ein hohes Alter von 78.Jahren, 4* Monat, 10. Tagen erreichet hatte. Es hat demnach LonradMisler mit Harc-- mann mögen noch einige Jahre zugleich im Predigamt alihier gestanden; wiewohl er diesen letzteren p. Jahre überlebet.
Auf M Hartmann Mögen folgte im geistlichen Amt an der Stadt-und Burgkirche M. Ernst Muller. Von demselben können wir eine ausführliche Nachricht aus der von ihm selbst aufgesetzten und in Msc. hinterlaffeneLebensdeschreibung mittheilen, welche nach denfürnehm- sten ausaezeichneten Umstanden in folgendem bestehet. Er wurde geboh- ren zu Marburg, 1627. am iten Januar. Sein Vatter war Jacob Müller Medic. Doitor und Mnhematüm Profefibr zu Giesen und Marburg / und wurde auf den Geburtstag dieses seines Sohnes zum Redore magnifico der Uuiversitat zu Marburg erwählet. Sein Groß- vatter war Fabian Müller/ Mitglied des Schöffenraths zu Torgau in Meissen. Seine Großmutter Anna aus dem alten in Sachsen wohl bekannten Geschlecht der Bornizen. Seine Mutter war, Elisabetha gebohrne Bockerin / Haust Böckers / Gerichtsschultheisen zu Lohr, Tochter. Bey zunehmenden Jahren wurde er der Unterweisung geschickter Lehrmeister anvertrauet, unter welchen die letztere M.Ludovicus Grynae- us> nochmaliger Rettor zn Butöbach, und Vetüus, Fürstlicher Hofprediger zu Bingenheim gewesen.
Als er das zehende Jahr kaum erreichet hakte, wurde ihm sein Vatter durch den zeitlichen Tod entrissen; nachdem derselbe aus Befehl Herrn Landgrafen Georgn II. mit dessen Herrn Bruder Prinz Johann alä Ar- tilleriediredor nach Sachsen zu reißen sich nicht entschlagen können, und nicht lange hernach in der Stadt Meissen gestorben. Hierauf kam er in das Paedagogium zu Marburg, und wurde 1L44. daraus eximiret. Daselbst wartete er seinen Colleens unter Anführung M. Johann Philipp Tonfors» wie auch o. Cwittiam , und M. Schlanhof/ fleisig ob, bis zuletzt, da das Kriegswesen je langer je mehr um Marburg her zunahm, und fast wenig mehr in Studiis zu thun war. Daher begab er sich zu seinem Schwager M. Georg Wemhemio, Pfarrer zu Äirtorf,


