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Wochenblatt.

herausbrechende Geschwüre befreiet, welche in die Ohren oder Schamdrü­sen, oder in besonderen Pestbeulen die in einem jeden Theil des C- entste­hen, in welchen das Gift zusammen gehäuft und ausgeworfen wird. Da- hero sind dieses die eigentliche und gewisse Kennzeichen dieser Krankheit, und sie sind jedesmal gegenwärtig; es sey dann, daß die Krankheit allzuböß- artig, und die Kräfte gar zu schwach wären; dann ist dieses so stirbt der Kranke ehe eine solche Absetzung der verderblichen Säften erfolgt; dahero kommt es, daß bey denjenigen welche von der Pest plötzlich dahin gerast werden, weder Drüsen Geschwülste noch Pestbeulen zum Vorschein kom­men; gleichwie auch bößartige Pocken schon vor ihrem Ausbruch dem Le­ben ein Ende machen können. Diese Ausbrüche und Geschwüre sind kei­ne Kennzeichen von der Heftigkeit der Krankheit, denn sie sind bey dem gelindesten Grad gegenwärtig, ja die Kranken werden zuweilen die über­kommene Ansteckung nicht ehender gewahr, als biß sich die Geschwulstse­hen läßt, dahingegen sind die Auswürfe abwesend , wann die Krankheit ganz unheilbar ist. Diß ist die Ursache daß in Pestzeiten so viele Menschen sterben ehe sich Ausbrüche zeigen. Wenn die Aerzte und Wundärzte bey Besichtigung der todten Cörpcr diese der Krankheit eigenthümliche Kennzei­chen nicht gefunden, so gaben sie der Obrigkeit Nachricht, daß es die Pest nicht wäre, biß sie selbst bey Unterlassung der nöth,gen Vorsicht durch die Ansteckung zu ihrem Schaden eines andern htitbr^ nmrd-n

Die Aerzte zu Marseille haben uns die neueste Beobachtungen von der Pest geliefert ** Sie theileten das Nebel nach dem Grad der Heftigkeit in fünf Stufen; nach ihren Beobachtungen haben alle Geschwüre und Pestbeulen gehabt, ausgenommen diejenige der ersten Classe, welche so stark angegriffen worden, daß sie entweder in wenig Stunden , oder am ersten Tag selten aber später unter der stärksten Herzensangst stürben. Denn der Brand greift augenblicklich ein und das andere Eingeweide an , wie man an den eröfneten gestorbenen sehen konte. Diese Beobachtung der französischen Aerzte, die sie nicht anderst als mit äuserstcr Gefahr ihres Ledens anstcllen können, sind mit demjenigen, was ältere Schriftsteller von der Pest beobachtet haben , übereinstimmend.

Den Ursprung der Pest setzen die Schriftstellerin Africa, besonders aber in Aethiopien und Aegyptem, bavon das ansteckende Wesen mit den Waaren durch die ganze Welt ausgebrritet wird.

A r Primius

Journal de la Contagion a Marfeilles.

** Obferv. & reflex. touchant la natu re de la pefte de Marfeille.