Dienstag den ziren Mare. 175» idi
MV warum diese der Vernunft eine Gewisheit in der Lehre von der Auferstehung der Toden zu erkennen.
2Lir wollen die Zweifel nicht gänzlich vorbey gehen / welche einem oder dem andern hierwider einfallen möchten. Man kan denken / ju den ewigen Strafen und Gnadenbelohnungen bedöi fe es keines Leibes: Schmerzen und Freude giengen in der Seele vor / und die könnten ohne Cörper lebhaft und empfindlich genug seyn- Hierauf ist bereits geantwortet. Einmal/ in allen grossen Veränderungen behält der Mensch/ was er vorher hatte; warum auch nicht im eivigcn Leben ? Sodann soll der.Mensch / der ganze Mensch/ gutes oder böses empfangen. Wer gesündiget oder wohlgethan hat / wird gestraft oder selig gemacht. Wer heisset uns scheiden / was GOtt im Wesen des Menschen zusammen gefüget hat. Endlich ist ja der Leib / wie ein Werkzeug der Sünde und Tugend / also auch efn Werkzeug der Strafe und Freude; und das nicht allein/ sondern auch mit ein Naturtheil des Menschen. Wir begreiffen leicht die Ehre des Leibes / daß er eit: Tempel dcS Allc> heiligsten und ein jedes Glied desselben ein Werkzeug im Dienste GOttcs sei-/ darum wollen w,r ihn auch der Ehre des ewigen Lebens nicht berauben. Der Einwurf/ welcher aus dem von vielen beliebten will- kührlichen Satz genommen werden fannj daß die Seele sogleich nach dem Tode einen subtilen Leib erhalte/ der ste vor dem Schlafe desto sicherer bewahre/ wird wenigen bcvfallen / und kann uns auch nicht entgegen seyn. Denn / wenn auch dieser Meinung gelten solte; so hebet er die besondre Anoidnung GOttes/ tn der Seele ihren vorigen ganzen Leib wieder aufznwecken und bcyzulegen/ gar nicht auf. Denn eine andre Beschaffenheit hat es mit dem Menschen von seinem Tode an bis an die Auferstehung von denTodten/ und eine andre hinwiederum von hier an bis in die unendliche Ewigkeit.
Es ist nun Zeit von der unumstößlichen Gewißheit dieser Sache zu reden/ welche nach aller wahrer Christen einmüthigen Geständniß aus GOttes Wort herge- teitet wird. Bleibet der Vernunft gleich noch manches dunkel und kann sie auf keinen festen unbeweglichen Grund kommen/ so fället doch das Licht der heiligen Offen» bahrnng desto Heller in unsre Augen. Dieses kommt dem natürlichen Verstände in Hülfe/ und lasset nicht einen Schein des Zweifels übrig/ wenn wir es nur recht betrachten. Den ersten Beweis nehmen wir billig von dem Grunde des Gnadenreichs her / welcher ist Christus unfer Heiland / der wahrhaftig von den Todten auferstanden ist durch seine und des himmlischen Vaters Kraft. Paulus schliesset i Cor. 15, iz. u. f. also: ist die Auferstehung der Todten nichts / so ist auch Christus nicht aufersiau- den / so ist euer ©taube eitel/ so seyd ihr noch in evren Sünden und verlohren. Wir schliesst:, daher mit Recht nach dem Sinne Pauli: ist Christus ausersianden / so müssen auch wir wieder auferftehen; so ist unser Glaube wahrhaftig ; wir sind durch ihn erlöste und fcelig. Daß dieses der Sinn Pauli fey / erhellet aus dem x z. v. So aber Christus gepredigt wird / daß er fey von den Todten aufersianden; wie sagen denn etliche unter euch/ die Auferstehung der Todten fey nichts ? Nehmet die das Ungereimte des gegenstitigen Jrnhums anzeigende Frage weg; so heisset der Satz also; Sv a-
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