reo Giesser Wochen-Bl/ttt / Num. XIH.
für ßrtrtf gewiß halten > sondern begnügen und mit ihrer grossen Wahrscheinlichkeit. Doch ist es erlaubt weiter zu gehen. Alle grosse Verändrungen / die GOtt mit den Menschen vornimmt / sind so beschaffen / daß diese immer behalten/ was sie haben/und noch mehreres dazu bekommen. Erstlicl) waren sie blos möglich; durch die Schöpfung bekmuen sie ihre Wirklichkeit / wobei) ihnen di« Möglichkeit bliebe. Äusser Streit hat GOlt im Anfänge alles/ folglich auch das ganze menschliche Geschlecht erschaffen /folg- lich einem jeden Leib und Seele im kleinen / worüber andre disputiren mögen/ beygelegt. Wenn nun einer gebobren wird / so behält er nicht nur/ was in dem kleinen Saamen liegt / sondern bekommt auch noch was mehreres. Seine Lebenskraft breitet sich aus / der Leib wird groß / die Seele kommt in den Zustand klarer und deutlicher Vorstellungen / und das menschliche Leben äussert sich in allen Stücken. In dem Tode gehet «dermal eine grosse Veränderung vor; wir wissen / daß solche in Ansehung der Seele ein ewiges Leben entweder zur herrlichen Belohnung ihres Wohlverhaltens/ oder zur Bestrafung ihrs Uebelverhaltens/ nach sich ziehe. Sollte nun der Leib m der Verwesung bleiben / und die Seele ewiglich allein bestehen; so müsse GOtt vori seiner gewöhnlichen Weise in dergleichen grossen Veränderungen abgehen. Wir haben keinen Grund / das zu glauben. Mithin ist es gegründeter / daß die Seele auch m der Ewigkeit wieder einen Leib bekomme. Das kann entweder ein neuer und ganz andrer / oder ihr voriger Cöiper seyn. Das erste gehet nicht an/ thcilS rveil GO» einen neuen Leib vor sie schaffen müsse/welches überstüßig wäre/ indem er ihr ja den ihrigen wieder «eben kann; theilö weil der Mensch das behält in den grossen Verändrungen/was ex vorher schon gehabt hat. Folglich bekommt die Seele ihren Leib wieder. Solches kann ohne Auferstehung nicht geschehen. Darum ist nun noch wahrschemlicher / daß vnsre Leiber wieder auferstehen werden/ damit wir in der Ewigkeit ganze Menschen seyn mögen. Wir wollen nod) einen Grund verlegen. Die Vernmift erkennet gar deutlich/ daß GOtt vermöge seiner Heiligkeit / Liebe und Gerechtigkeit die Tugenden der Merrschen sich Wohlgefallen lasse und belohne, die Laster derselben aber hasse und bestrafe. Wir würden GOtt seine Ehre rauben/ ivenn wir anders denken wölken. Nun aber wild dieses in gegenwärtigem Leden nicht überall erfüllet. Die Gotkloseri leben grossen Theilö alle Tage herrlich und in Freuden / und fterben auch so dahin; die Frommen leben unter viel Kreutz und Trübsal innerlich und äusserlich. Daher musten wir mit Assaph in daö Heiligthum GOttes gehen/ das Ende dazu nehmen und versichert seyn / daß die Gerechtigkeit GOtteS sich das Leben der Menschen nach dieser Zeit |um unpartheyischen Gerichte Vorbehalten habe. Nach dem Tode werden die Gottlos fen bestrafet/ die Frommen aus Gnaden belohnet Nun wer wirdalsdenn empfangen/ was er verdienet hat bey Leibesleben/ iS sey gut oder bös ? Der iMensch. ^M)t «'n The» deS Menschen/ sondern der ganze Mensch nach Leib und Seele. Der Leib ist todt und verstaubet; so muß er wieder hergessellt werden. Folglid) »st oie Auferstehung der Tobten höchstwahrscheinlich. Nehmen wir alle Grunde zu- fcmn/ vornehmlich den letzten in seiner ßqiuen Stärke/ so wird uns leicht eimeum-


