zo< Gresser XVod)ette25Ute/ Num. XXVI.
Nicht weniger versehen sich viele / hauptsächlich äusserlich fromm scheinen wollende Personen/ wenn sie aus dem ihrein Ncbenmenschen wiederfahrenden Unglücke ftl)liesien/ daß er gottlos sey und die Rache der göttlichen Strafgcrechtigkcit ihn verfolge. Wie übe! ist es dost) / daß auch Die/ Die des Herrn Willen wissen / sich dessen nicht kederjeik erinnern? Man habe vor Äugen/ was G-Ott sagt: richtet nicht so werdet ihr nicht gerichtet / verdammet nicht/ so werdet ihr nicht verdammet; alsdenn wird Urne Gelegenheit im Stande seyn/ uns zu dergleichen lieblosen Urtheilm zu verleiten.
Doch Dergleichen Unglück wird einem billig bcvgemessm/ Das man sichmul!)- willig auf Don Hals gezogen oder eigemlicher zu sprechen/ es ist eine leere und unge- fthickte Entschuldigung / ivenn man Die Folgen fernes Lasters mit Dem Namen des Unglücks behänget / um Die Schande von sich abzuwenden/ und die ungütig uitlxilenDt Leute zu besänftigen. Dieses trägt sich nicht selten zu / und wenn man sich umschauet/ so sind Die meisten Unglücke von Der Ä>t. Am sichtbarsten findet man es an Den Personen die ihr Unverstand und ihre Geilheit in Den Stand gesitzet/Daß sie Ammen werden/ oder ihrer Umständen halber werden könnten. Sie nennensich unglückliche Personen/ erzählen von ihrem Leben vor ihrem Unglücke und nach Demselb n u. d. g./ so daß man meinen sollte/ es gäbe in der Deutschen Sprache kein Wort/ womit man einen Hure nennen könnte. Sie bilden sich em/ dergestalt passierten sie vor ehrliche Leute/und für solche/mit den man Mikleiden haben könne; finden aber bei) Niemand Gehör/ als bei) solchen Dis ihrer Meinung beypflichken müssen / weil sie Das Unglück auch betroffen hat.
In Diesem Falle hat man zwar auf eine ganz sichtbare Weise Die Schuld sich selbst beyzumeffen; sonst ist aber auch eine allgemeine Wahrheit/ Daß ein Mensch sich gröblich versündiget/ wenn er über seine Schickung murret. Wir lassen es gelten/ Daß sie manchmal sehr empfindlich ist / wir wollen etwas Dem Schmerz zu gut halten/ wir glauben auch/ daß man Den Sinn nicht hat/ Gottes Einrichtung zu tadeln. Allein Das letzte geschieht Doch in Der Thal und ist ein grober Fehler. GOtt unD nicht ein-blindes Glück macht Das Verhangniß/ er übersieht unD ordnet alles/ so Daß ohne sein Wissen und Zulassen uns kein Haar gekrümmet werden Darf. Wenn wir uns also über unsre Zufälle befchwercn/ fo tadeln wir Gottes Fügung und feine weise Regierung wird von unferm Unverstand strafbarer Weise verdammet. W>r kommen dem König vonLasiilienAlphonjlrs sehr nahe/ Den feine mit einiger Unwissenheit begleitete astronomische Erkenncniß zu Den lästerlichen Reden verleitet/ daß/ wenn ihn GOtt um Rath Befraget hätte / als er Die Welt gemacht / er ihm gute Erinnerungen gegeben haben wollte. Wir meinen eS zwar fo hart nicht/ weil wir zu der Zeit nicht an GOtt denken/ aber müssen wir nicht geliehen/ Daß wir deswegen/ was Die Ausübung belrift/zu einer Art Leuten gehören/Deren Namen und Theorien wir vei fluchen; sind wir nicht in Der Thal Deisten/ ob wir gleich nicht leiden wollen/ daß man uns fo nennet ?
Weil es schwer ist/ mit seinem Schicksal allezeit zufrieden zu seyn/ so wnd eine kleine Erinnerung/ Die einen grossen Theil Der Schwierigkeit austebet/ nicht vor überflüssig angesehen werden. Sie bestehet Darin/ unser Unglück ist manchmal Der Weg zum


