Giesser Wochen Blatt/ Num. XXVI.
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Würde zu vcrlassm/ sich eben dasselbe Herz und dieselbe Mäßigung bcy ihr fänden/ die sie bey dieser Besitznehmung des kavserlichen Pallastö gedabt.
Emen andren nützlichen Grundsatz reicht uns Suntott paulrns Spruch/ tvenn man ihn mit gebührender Einschränkung verstehet. Nämlich man solle nichts auf das blinde Glück wagen. Denn dieses kommt von Ursachen/ Die ich nicht weis/ und deren Einfluß ich nicht verstehe; es ist also unter zehnmal nicht einmal zu vermu- then / daß es mir gelinge. Die Klugheit erfordert zwar allerdings / daß man sich dre guten Umstände zu Nutze mache und/ wie man sich auszudrucken psteget / alsdenn Pfeiffen schneide / wenn man im Rohre sitzt; allein das heißt nicht aufs Glucke wagen / sondern das Gegenwärtige ergreiffen. Jene Redensart hat nur diesen Verband/ etwas ohne hinreichende Mittet unternehmen/ was leicht misrathen kann/ m Lr Hosnuna/ es werden antn-e unbekannte und unvermutkete Umstande und Ursachen einschlagen und das ihrige mit betragen / daß die Absicht demwch erhalten werde. Man verwehret auch nicht / etwas sonst durch keinen sichern Weg zu ei haltendes zu versuchen/ das da/ wenn es gelingt/ uns einen grossen -Iortheil/ wenn es aber miss ringt/ keinen Schaden zuziehen kann; sondern man will nur soviel/ man solle jederzeit mit Bedacht zu Werke gehen/ da niemals trauen / wo es aufs Gluck ankommt/und durch seinen Fleiß alles zu erreichen sich bestreben / nicht aber dem ungefahren Zufall überlassen/ was durch unsre Bemühung hätte gewürkel werden können.
So wenig man aber aus das Gluck etwas wagen soll , so behutsam soll man sich auch dessen bedienen, und vor dessen Mißbrauch sich sorgfältig hüten. Es drehet und wendet sich im Augenblick/ und wenn es uns gestern angelachet/ so kann es unS morgen ein Seite zeigen / bcy deren Anblick uns reuen wird / was wir > ente m der Meinuna lhun / daß die Umstände immer bleiben werden / wie sie sind. Achans war anfänglich ein grosser und dabei) sehr treuer General/ den die Sonaten wegen fernen Tugenden und wegen seiner grossen Siegen nach des Königes m toinen/ Selcucus/ Tode rum Könige ausrufen wollten. Er widcistunde dieser Versuchung laiigs/ endlich aber ließ er sich verblenden/ nahm nicht allein den ihm nicht geouhrenden ^itul^an/ sondern wolte noch dazu dem dadurch bereits höchst beleidigten Nachfolger des Gewu^ cus/ dein Atttiochus / mehrere Staaten abjagen. Darüber aber drcbete sich das rnisbrauchle Gluck ;2lchäus wach gefangen/ seine Arme und Beme und Kopfabae- schlaam/ dieser in eine Eselehaut gcnehet / und der übrige Leib an ein Deutz geheftet. Wie wahr ist es nicht/ daß man gute Beine haben muß / um gute Tage ertragen in können? und wie gewiß ist cs nicht/ daß ehrlich am längsten wabiet?
Nichts hänget mit dieser Lehre schlechter zusammen/ als wenn man sich einbildet/ die Ungerechtigkeit sch ein Mittel sich glücklich zu machen. Das hat zwar seine vollkommene Richtigkeit/ daß man gar viessälkiq wahrmmmt/ wie dieiemgen/ die nicht das mindeste Reckt zu etwas haben / es dennoch vor denen erhalten/ welchen es unstreitig gebührte. ' Man muß die Welt gar nicht kennen / wenn man daran zweifeln will; «»ein man sehe die Umstände genauer an / so wird man sinven/ daß dre Ungr-


