Dienstag den ;ctert Jun. 17 fo« ioj
groflcft Alexander/ den sein Glück und seine viele über unzählbare Nationen durch dasselbe erhaltene Siege so aufgeb.asen geinacht/ daß er sich fdbft vor einen Gott }u halten bereit war / wenn er nicht von zweyen Ursachen/ die nach der damaligen Er« kennmiß noch dazu sehr schlecht waren/ von solcher unerträglichen Einbildung wäre abgrhaiten worden ? So weit vergeht man s»ch nun wohl nicht mehr/ nachdem man den Utilcricheid zwischen GOLL und Menschen besser weiö. Mein Vas ist nichts ncueö/ daß em m.r gar keinen vorzüglichen Eigenschaften versehener aber in des Glückes Gunst ftchender Mensch sich überredet Verdienste zu haben / und im Hochmuth andre ihm an Verstand« und Willen weit überlegene vom Glucke aber verlassene neben sich verachtet. Es ist aber auch em Zeichen / daß die Schickung nicht im (ginne hat / einem solchen wahrhaftig wohlzuthun/ weil sie eö so emrichlet/ daß er selbst verdirbt/ was sie gut macht; unv die andren haben in ihrer Verachtung den- Spruch des M-nrargnc zum Li oste: das Glück macht sich ein Vergnügen unsre Einbildungen zu verwirren/ und da eö Die Macht nicht hat/ den Ungeschickten weise zu machen/ so macht es ihn doch/ der Lugend zu Trotze/ glücklich. Eben der Unverstand äussert sich auch bei) denen/ die das widerwärtige Schicksal gänzlich um den Muth bringt; ja beydes hat <Mntlich eine Quelle / und wer zu dem einen geneigt ist / der khu» auch das andre. Daher kommen so viele plötzliche Gemüthsverändrungen; daher kommts/ daß man beute eben denselben als ein spanmschesPferd daher traben stehet/ der gestern in der mühseligen gestalt eines lastbaren MullerthierS dahin geschlichen und morgen vielleicht wieder schleichen wird. Wer es nicht bereits weis/ der wird sich sehr verwundern/ wenn «r nun liefer/ daß eben der kaum auf den Gipfel der hochmüthigen Vermessenheit er« blickte Alexander wenige Zeit Darauf / nachdem ihm etliche Unternehmungen mislun- gen / alles Herz und allen Muth verlohren und einem Weibe ähnlicher worden / als einem Manne. Wer bedenkt/ daß Glück und Unglück von GOtt komme/ den muß kein Unglück Niederschlagen/ und
Wer mit Vernunft bedenkt den Wechsel aller Sachen
Den kann kein Glücke ftech/ hin Unglück traurig machen
Daraus verstehet man also/ daß ein Weiser sich zu bemühen hab«/ damkk das Glück seine Sitten nicht ätiDre. DaS Gegentheil ist bereits bei) Den alten Römern zum Sprichwort worden / und wir werden dadurch sowohl / als durch die tägliche Erfahrung belehret / daß gegenwärtiger Regel nachziikommen ein Grad der Tugend erfordert wird/ den man nicht alle Tage antrift. Die Kayserin piotme / des Trajans Gemahlin/ legte davon eine ausnehmende Probe ab / welche man zu ihrem unsterblichen Ruhme schriftlich aufbebalten. Bey ihrem ersten Eintritt in den kayser- lichen Pallast/ sagte sie/ daß sie denselben/ so wie sie ihn beträte / wieder zu verlassen wünsche. Ihre Meinung war der großmülhige Wunsch/ daß Die Grösse ihres Glücks die Sitten nicht verändern möchte / und daß/ wenn sie verbunden schn sollte/ ihre
Ec 2- Würde


