Ausgabe 
29.12.1750
 
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Dienstag den rAttnDecembr. 1750. 4l$

aus Faulheit/ weil es Anett zu mühsam ist/zu freien/ Hochzeit zu halten u.s.w. und weil sie wünschten/ daß ein m:t allen guten Eigenschaften und inebefonbre der Fertig­keit wohl ausjuwai ten versehenes Frauenzimmer auf ihren blossen Wink ohne allen weitern Um» und Eingang sich zu ihnen nahete und spräche: Herr/ ihr siydmem Mann. Andere warten auf ungemcssene Einkünfte/ tun mehr Staat treiben zu tön» um/ als ihnen gchühret. Noch andre thun es aus sündlichem MiStrauen gegen GOtt und zweifeln/ ob er sie mit den ihrigen erhalten werde. Wiederum andre haben einen schwachen Glauben an die Treue des weiblichen Geschlechts. Ferner andre fürchten sich vor dem Creutz/ das sich zuweilen im Ehestand einfindet/ und bedenke» nicht/ wie heilsam es ihnen ist/ gezüchtiget zu werden. Abermals andre haben sich in ihren jun­gen Jahren so zubereitet/ daß sie es nicht über ihr ehrliches Herz bringen können/ ei­nem Fraumzimmer Sachen zu versprechen/ die sie ihm nicht halten können. End­lich andre sind von der Natur versäumt worden / miD wer weis was sonst ein jegli­cher auf seinem Herzen hat.

Wir haben demnach unumstößlich bewiesen/ daß matt verbunden ist zu hei- rathen/ und hoffen uns dadurch alle diejenige Frauenzimmer/ die auf Manner war­ten/ ungemein verpflichtet zu haben / als welche wir/ wenn wir ihnen auch, durch diese Schrift zur Erfüllung ihres Wunsches gegen unsre AbsiZk nicht verhelfe sollten/ den­noch nun mit der Macht versehen/ daß/ wenn ihnen etwas menschliches zur unrechten .Zeit wieder fahren sollte/ sie die Schuw auf das ganze männliche Geschlecht sch-eben können / davon wenigstens einer schuldig war/ sie zu heirathen und dadurch dem Un­glück vorzukommen. Da es folglich einmal Zeit syn musi/ in die Ebe zu tretteu; so wollen wir dieselbe jctzo zu bestimmen trachten. Wer in eine Gesellschaft ki ekten will / muß es denn thun / wenn er zu den Endzwecken derselben das seinige bc,-tragen kann. Da nun neben der B-förderung der gemeinschaftlichen Glückseligs- iti die an keine Zeit gebunden ist / die Erzeugung und Erziehung der Kinder die Absicht der Ehe sind/ so tnüsscn die Gründe der Entscheidung aus der Betrachtung ihrer oenom- men werden. Wir wollen auf die letztere hauptsächlich sehen/ weil die erstere uns weiter in die Naturlchre führen möchte/ als wir jetzo uns darein einzulassm vorrakh- fam halten. Doch das einz-ge darf wohl erinnert werden. Diejenige Junggesellen sindviel zu vorsichtig/ die vorher lange in die Schule der Venus gehen wollen, ehe sie sich vor Meister in der Kunst auszugeben getrauen. Man bat Exempel/ daß sich dergleichen Herren dermassen übcrstudiercn/ daß sie hernach zu keinem ernsthaften Ge­schäfte von der Art gebraucht werden können. Alle solche Vorbereitungen sind unnütz; wenn sie auch gleich nicht so weit gehen/ wem, man auch nur wenige oder gar keine in verliebten Kriegen davon getragene Wunden oder blos die Verschwendung manches grossen Thalets zu bereuen hätte; so möchte man doch wohl/ wenn man nlit der Zeit bedenkt/ wie man seinen Junggesettenstand zugebracht hat/ und was man

8ff ? , darin