4it Gresser Wochenblatt/ bluw. btt.
ttian vorher gehabt. Damit man erkenne/ wie sich eine gerechte Sache selber beschütze; so geben wir zu/ man ziehet sich mehr Verbindungen zu/ wir gestehen auch/ wer sich mehr SerbinDimgen zu ziehet / aber nb. nichts oder weniger dagegen gewinnet/ der sieht sich übel vor: allein wie viel Rechte erhältman nicht dagegen/ wenn man in Ehe- siandtritt? und wir behaupten/ daß diese ungemein grösser sind als jene/ so lange bis das Gegentheil wird bewiesen werden. Ferner sagen sie/ es ftp ein gewagter Handel/ der so leicht zum Unglück / als zum Glücke gereichen könne. Das hat zwar'wieder seine Richtigkeit insoweit. Aber vermöge der obengcgebenen Erklärung muß di« Ebe ihrer Natur nach wohl ausschlagen/ und geschieht das Gegentheil/ so geschiehek es zufälliger Weise/ und dahcro wäre es eben so thöricht/ wenn man die Schuld seines Unglücks auf dm Ehestand schieben wolle/ alö wenn man einem gesunden Hause deswegen feind würde / weil einen eine Krankheit darinnen angestossen. Zu dein so ist ganz offenbar am Tage/ daß nicht die Ebe/ sondern die ungeschickte Wahl der Ehegattin/ die man sich selbst zu zuschreiben hat/ unglücklich macht, und cs giebt so gar Leute/ die da lehren/ wenn eine Ehe übel ausschiägt/ so sc» der Mangel des V rstan- des auf Seiten des Mannes schuld daran *). Was scheinen sich also die Herren Ehefeinde zu zutrauen? Aus Höflichkeit wollen wir weiter nichts sagen/ als sie se»n Sceptici, Zweifler/ die aus Furcht zu irren sich zu nichts entschliessen wollen. DaS war der erste Beweis / der andre wird ihm an Starke nichts nachgcben. Wir sagen: Ihr Herrn/ wenn eure Väter nicht geheirakhet hätten/ so wäret ihr entweder gar nicht auf der Welt/ oder wäret/ mit allem KespeK zu sprechen/ H--K»-. Ihr würdet nicht viel Geld nehmen/ daß das letzte wäre/ und es ist uninöglich/ daß ihr das erste wünschen solltet. Also müsset ihrs vor recht/ billig / löblich und gut halten/ daß sich eure Väter in eheliche Verbindung eingelassen. Eben das werden eure Kinder wiederum denken/ und wenn ihr also anders thut/ als eure Väter lhacen/ rbut ihr nicht recht/ nicht billig/ nicht löblich und nicht gut. Saget nicht/ eure Kinder könnten sich nicht über die Beleidigung ihrer Rechten beschweren/ weil sie nicht vorhanden sind: Denn es ist nicht an dem/ daß diejenigen/ die noch nicht da sind/ auch keine Reel te haben; sondern man darf nur in einem gewissen Grade/ um dessen genauere Bestimmung wir uns jetzo nicht bekümmern wollen/ der Wirklichkeit nabe seyn/ um der Rechten fähig zu seyn. Wir haben noch wohl hundert andere kräslige Beweise im Vorrath/ weil aber der Raum beginnet enge zu werden/ und einige der selben sich besser mündlich als schriftlich vortragen lassen/ so mögen diese genug seyn-
Ehe wir aber zu der zwepten Frage schreiten/ so ist dienlich die Ursachen an- zuführen / warum die Leute den Ehestand meiden. Einige thun es aus unverantwortlichem Eigensinn; andre thun es aus alijugroffer Commodkaet, oder deutsch zu reden/ aus
*) der Zuschauer vn. Th. so<r. St- S.


