Dienstag den :?ten Deeemör. i7fo. 4t»
tm. keuke denen man sonst nichts strafbares vorwerftn kann / als daß sie Feinde deS Ehestands und damit der Fortpfianzunq deS menschlichen Geschlechts/ der Erhaltung des Liate« nud der Kircye sind, die die Könige und Fürsten gern ohne Untrnbanen/ die Kirchen und -pöifak leer von Zuhörern/ die Städte und Häuser von Emwoh.
entblößet / kurz zu sagen/ die ganze Welt wüste und öde von vernünftigen Geschöpfen und den Erdboden in der Gestalt eines ungebauten Gartens roller Unkraut/ und ewr ‘äßobnung der Feldgnster und Nachtrulen/ der Zihim und Cbim seben mochten/ und die da / wenn sie den «rösten Hausten ausmachten/ in weniger Ätit mcbi- Ui heil stiften würden/ als Krieg / Hunger und Pestilenz in weit iäuMer nicht -michren könnten.
Damit wir in unserm Urtheile desto sicherer gehen/ so woklen wir vorher um einen deutlichen und vollständigen Begriff des Ehestandes uns bekümmern Ec ist sehr leicht zu finden/ weil man mehr nicht uölhig hat/ als seine Aufmerksamkeit auf die vielen ErempU zu wenden / die man vor Augen Kar. Diesen zu folge ist er eine Gesellschaft zwischen einer Mannes-und Wcibesp.rson/ deren Endzweck in Beförderung ihrer gemeinschaftlichen Glückseligkeit und in Erzeugung und Erziehung der Kinder bestehet. Die Vielmännerey wird denen leckern Herrn/ mit welchen wir jetzo zu thun haben / ohnehin nicht anstehen ; und da sie sich nicht entschliessen können eine einz-ae Frau zu nehmen/ so muß ihnen die Vielweiberei) um destomehr zu wider seyn - darum haben wir in gegenwärtigem Streite nicht nöthig zu beweisen/ warum wir nur einen Mann und eine Frau erfordern. D e letzten beyvenThcile des Endzwecks/ dörfen nicht von einander yetrennet werden/ und das ist deswegen wohl zu merken/ weil die meisten unserer Widersacher dem ersten unter diesen gar nicht abgeneigt / sondern zum Tbeil dessen gross. Patronen/ dagegen aber drsio ärgere Feinde des letzten sind. Die Bcförderunacn der gemeinschaftlichen Glückseligkeit hätte zwar können ausgelassen werden/ weil sie aus dem Begriffe der Gesellschaft fliesset; da aber die Ebe- ftandöseinde das in demselben enthaltene Gute nichtsehen wollen/ so war nöthig/ daß trän es ihnen klar vor die Augen legte. Und wie viel daran gelegen ist / wird sich jetzo gleich zeigen/ denn unsere Gedanken stehen nun bereits en ordre de bataille.
Ein ehrloser Mensch hat/ wenn er ja glücklich ist/ nur eine Glückseligkeit/ und die muß er all. in befördern. Ein verheiracheter bat zwey Glückseligkeiten / seine pgchsteigene naml,ch und die seiner Gattin/ und eine jegliche wird von zweyen befördert; demnach ist cmeheloserbey weiten nicht/ ja nicht halb so glücklich/ als ein ver- eklichter. Da nun ein jeder verbunden ist/ sich so glücklich zu machen/ als er kann: so ist ein jeder ekeloser verbu chen in den Grand der Ehe zu tretten. Man müße überaus scharf sehen / wenn man an diesem Bcrveife einen Fehler entdecken wollte; und damit man seine Stärke recht deutlich sehe/ so wollen wir ihn einmal neben die schwachen Einfällen der Widersacher halten. Sie sprechen/ wenn mau sich veiheirarhet / so komme mau Zurück: denn man ziehe sich mehr Verbindungen auf dem Hals/ als
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