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Gresser Wochen-Blatt/ Nurn. XXX.

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fitb nijjf ^schliessen will unanständige/ von übel unterrichteten vor Heldenthaten an- «eschene/ in der That aber ganz und gar keine Herzhaftigkeit bewerfende Handlungen vouunebemen. Z-E» Viele stehen in der Meinung / man lege seine Grvßmuth recht an Tag / wenn man wacker flucht und schwühtt/ auf der Straffe schreist und wetzt/und Kalten also diejenige vor feige Memmen / die nicht mttmachen wollen. Mein/ Lieber/ was für eine Courage besteht im Maul, und mit wem hat man zu thun / wenn man flucht und schwöhtt; was vor einen Muth bezeiget man dadurch/ daß man mit den inen krieget / die sich nicht wehren können / und was sur einen Spruch muß das ^aene Gewissen über eine solche That thun/ bei) welcher man öffentlichausruffen muß, der sey das und das/ der sich darüber aufhält? Wenn man wüste/daS man recht tha- Ul so hätte man keine Sorge/ daß sich jemand moquiret. . . c.

7 Wir wollen gar nicht behaupten , daß die Furchtsamkett von der Vernunft aebilliget werde. Denn sie ist das Entgegengesetzte einer Tugend; sie ist also em Laste» und kann nicht vernünftig feen. Allein das zeiget doch d.e Erfahrung / daß verstandl- at Leute mehrentbrils furchtsamer sind / als andre. Der Fehler kommt daher. Wer wr fiurcbt von Natur aufqeleget ist / und hat dabey viele Ueberlegung/ der untersucht alle Schwierigkeiten sorgfältig und zwar viel genauer als die entgegengesetzten Vorthet« le / und will in Betrachtung seiner daraus entspringenden bedenklichen Vorstellungen mmer warten / bis er den Sieg in Händen hat; versäumet also darüber die beste Ge- eaenbeit und liegt in der Gefahr jede» zeit unten. Der Verstand also an sich macht nicht kleinmüthig/ sondern thut alsdenn nur diese Würkung/ wenn er em furchtsame- Tmwerament antrift. . . , ...

K Die Furchtsamkeit zergliedert sich aber eben so in zwey <bcde/ wie wir oben von dem auf der andern Seite fehlenden Laster bemerket haben. Ebe man noch m der Ge- fabr selbst ist / stellt man sich dieselbe allzu groß vor/ hat einen übermäßigen Abscheu vor verle ben / und hält sich vor ganz unvermögend/ sich zu erretten / und in soweit wird man kleinmüthig genennt. Kommt man endlich in die Gefahr selbst / so hört und sieht man nichts/ man läßt die Arme sinken und leidet alles mit einer un^ügen Geduld/ oh­ne naß man sich der in Händen habenden Gegenmittel bediente. Oesters sind auch die­se bevde Theile getrennt. Denn mancher' zittert vor der Gefahr / und in derselben hält er fid) ganz wohl/ fehlet auch so gar / inPcm er zu weit auSschweiffet. Mancher andrer aber ist vorher aus lauter Herz zusammengesetzt / am Ende aber gehts ihm/ wie dem Matrosen in der französischen Grammatic/ der eben deswegen keine Courage hatte/weil er alle Wunden vor tödlich an sich hielt* / darum daß er aus eitel Herz bestehe.

Die Furchtsamkeit ist eben so schwehr zu vertreiben / als die Verwegenheit. Die kräftigsten Mittel dagegen aber sind folgende. Man bedenke / daß man grosses Nacdlheil dadurch erleiden/ja fein ganzes Glück dadurch verscherzen kann. Man be­denke ferner daß bey künftiger Einsicht / da das geschehene nicht wieder zmücke gezogen werden kaim/ eine stark« Reue und selbst Verzweiflung daraus entspringen kann; daß man also einem doppelten und immer dgurenden grossen Unglücke sich auffetzt / indem man