Micsser Wochcu-Wlatt/
Num. IV.
Dienstag den 27. Januarii I7jo.
Zweyte Fortsetzung derauö bcm Französischen übersetzten ' h1
J-Barbeyracs von der Zulassung der GcseHen/
am,t die Gesetzgeber ihre Gewalt nicht mißbrauchten/war cs auch nüthig / daß sich ihre Macht nicht so weit erstreckte/ alles dasjenige/ was sie irgend einer Tugend zuwider m sty" glaubten, bey Strafe zu verbieten. Denn weil sie nicht allezeit scharfsichtig genug sind/ so würden sie unter diesem Vorwande leicht sehr unschuldige Sachen bestrafen können. Davon hat man nur allzuviele Beyspiele- Argwöhnische Regenten
haben wohl aus einem -) Träume/ woraus sie einigen Verdacht schöpften, ein Ver^ brechen gemacht. Man hat zu einer gewissen Zeit Leute, die eine verrückte Einbil^ dungskraft hatten, als Hexenmeister verbrannt. Zu dem Ende sähe man allenthalben Scheiterhaufen angezündet. Es hat wenig gefehlet, daß man nicht an gewissen Orten Puppenspieler für Zauberer gehalten und sie als solche gestraft bat Eni Christlicher^-Kaiser, welchem unverständige Geistliche von den Zinsen des ausgeliehenen Geldes irrige Gedanken beygebracht hatten, war damit nicht zu frieden, sie gehörig einzuschränken, sondern verboth sie gänzlich als einen Contract, der sowohl wegen seiner Beschaffenheit, als nach den Lehren des Evangeliums nicht irlaLbt wäre. Durch diesen nichtigen Gewissenszweifel und aus dieser ungegründeten Frömmigkeit richtete er den Handel zu Grund, und machte eine unzählige Menge Leute ___________________D________Ult;
*) -An. u.*. Amm. Marctim. 13.3. i>) Basilius der Mazedonier.


