*7» Giesser Wöchen-Bl^tt/ Num, XXXIV.
(en Vsrdkliß bas Joch der Wollust abwerfen und dem Gesetz der Natur und dek Vernunft wiederum nachleben können.
So bleibt es denn dabey / daß es erlaubt ist / sich auszuruhen und emrger Lustbarkeit zu geniessen/ die nichts aus anvei n Ursachen verbottmes an sich hat. Wenn man demnach an Billiard/ Ball» Schacht Mareen und Brerrspiel auch selbst am Würfeln Gefallen hätte/ warum sollte man sich nicht damit vrignugen ebensowohl als mit einem Spaziergang/ mit einer Music/ mit der Jagd/ der Fischere?/ dem Feichnen und tausend andern dergleichen Lingen. Man spiele / ooer spiele nicht; fo ms im letzten Falle ein lauterer Zeitvertreib / der nicht das geringste Ansehen eines Lasters hat r im ersten Falle sehe ich desgleichen nicht das geringste Böse/ wenn ich die Sache allein und an sich selbst bctrachte. n ,
Wenn ich das nieinige einem andern / wem »mrs gefallt / blosserdmgs und ohne einige Bedingung versprechen und hingeben darf 4); warum sollte mir nicht er« taubt feyn/ eine gewisse Summe auf dm Fall zu versprechen rind zu geben / wenn jemand glücklicher oder geschickter seyn sollte, als ich / in Ansehung der Würkung gewisser Bewegungen / derenthalber wir einig worden sind? Und warurn sollte dieser Mensch nicht die Frucht seiner Geschicklichkeit oder der günstigen Zusamnienstimmung zufälliger Ursachen billigmäßig geniessen/ da ich auf den Ausschlag derselben eine gewisse Verbindung auf meiner und ein damit verknüpftes Recht auf seiner Seite ge- fetzet? Wenn so gar nur einer von bepden Thülen Vortheil Haden könnte/ so wäre nichts der Billigkeit Luwiderlauffendes darin zu finden / sofern ihr beyderseikiger gebührend gemachter und geschlossener Vergleich es also mit sich bringt. Ein jeder kann nach seinem eigenen Belieben ein gewisses Recht / das er dem andern giebt und vermöge dessen der andre dieses oder jenes von ihm fordern kann/ an eine gewisse Bedingung/ an eine gewisse Begebenheit binden/ die ihm gefällt/so zufällig sie immer sey b). Mit noch viel stärkermGrunde kann man ohne Ungerechtigkeit den Gewinn ziehen/ den man alödenn erhalt / nachdem man gewagt hat / eben sowohl zu verliehren/ als zu gewinnen. Mit einem Worte / das Spiel ist eine Art des Contracts; und in jedem Contraet/ in jedem Vergleich ist die Bewilligung beyder Theilen dasHaupt- gesetz. DaS ist eine unleugbare Regel der natürlichen Billigkeit.
Man stehet auch in der H. Schrift nicht das geringste Verbott der Spielen/ weder das sie schlechthin untersagte / noch durch dessen Folgen sie aufgehoben würden. Es geschähe durch einen gewissen beiligeii Betrug/ daß ein zu Bekehrung der Heiden in die Morgenländer verschickter Jesuit den Urheber der Psalmen sagen ließ: wohl dem, der nicht sitzet c) / da die Spieler sitzen / an statt daß die Grundsprache und selbst die gemeine lateinische Uebersetzung sagt / da die Spötter sitzen. ES scheint <0/ di« alten Juden haben ganz und gar nichts von dieser Art der Ergötzungen ge- _________________________________________________wußt a) La Plucette traue des fax de Hasard Chap.PI. b ) Pnfe»d. de /. W. CS G. Lib.
Ufa C,8, c) Psalm, I.r» dj_ GLwdt Fleurj Äfattrj des /fafaitcs CtXPj/.p,i j q,


