Giesser Wochenblatt:/ Num. XXXIV.
Feit und in lauter Ergötzli'chkei'ten schimpflich verderben lassen? Selbst die Nothwm« digkeit vor das/ was wir deMen / zu sorgen / worin sich alle Menfchm Hpn Natur befinden/ urtb worin Der Meiste Theil sein ganzes Leben über bltibet/ leget wenigstens benseibigeu eine unumgängliche Schuldigkeit / auf eine oder andre Weise zu arbeiten/ auf; und was die andre betriff / die ihr Brod zu verdienen nicht nöthig haben / so haben sie deswegen nicht die Erlaubniß/. keine ehrbare Verrichtungen vo»zunehmen/wodurch sie nicht allein vor den Versuchungen des Müßiggangs gesichert, sondern auch auf andre Weise/ besonders dem menschlichen Geschlecht überhaupt/ und alsdennauch dem gemeinen Wesen / dessen Glieder sie find / nützlich zu werden. Diese freywillige Neigung zur Arbeit ist etwas/ das den Menlchen auf das sichtbarste von den übrigen Thieren unterscheidet- Denn daö Vieh/ von was für einer Art es sey a) thut nichts als aus Ztvang/ oder ivegen seiner natürlichen Nolhdurft» « - es spielt und und ist lustig / solang es jung (ft: aber was thut es übrigens in seinem ganzen Le- ben- Es frißt/ säuft/ ruht/ schläft - - - es rührt sich nicht/und bemüht sich nicht/ äusser seinem Bauche zugefallen - - » Der Mensch allein arbeitet freywillig urrd mcht bloS wegen der Nothdurft des Lebens. Dieses ist eine von den edelsten Würkun- gen der Vernunft/ die er als eine Eigenschaft besitzet/ und die ihn unendlich über all« Dinge der sichtbaren Welt erhebet. Denn wenn er der Stimme des Theiles an ihm/ den er mit dem Vieh gemein hat/ Gehör, gäbe/ so würde er/ wie dasselbe / alle Bemühung fliehen und würde ebenmäßig nichts lieben als die Ruhe und TräMit.
Das haben di« Weisen unter den Heiden erkannt- Cicero 0 beweiset sehr umständlich aus der Natur des Menschen selbst/ daß wir gebohren sind um zu arbeiten; und damit man nicht glaube/ er verstehe etwa dadurch nur eine geringe leichte Beschäftigung/die zu nichts diene/ als den Verdruß eines gänzlichen Müßiggangs zu vertreiben / so sehet hier / 'wie er sich anderswo ausdrücket: Dis Ngtur hgc uns nicht von einer solchen Beschaffenheit gemacht/ die da Ursache gäbe zu glauben/als seyn wir zum Scherzen und Spielen gewiedmetr-sie giebr im Gegentheil Grund zu'WkE daß wir gebohren.sind/um ernsthaft zu seyn/ und um uns auf etwas wichtigerS lind uachdenklichess/. als die Spiele und Ergötzungen sind/ju legen- Wenn dir des Mor- «ens sauer wird aufzustehen (sagt noch ein grosser Kayser und heidnischer Weltweiser in seinen schönen Gedanken über sich selbst)/ so lasse dir augenblicklich einfallen Ich stehe auf um zu tbun? was einem Menschen obliegt; bin ich denn noch verdrieß« ssch etwas zu thun/ deswegen ich gebohren bin/ und dessenthalben ich auf die Welt gekommen bin? Bin ich dann zu nichts gebildet/ als daß ich hübsch ausgestreckt und warm in meinem Bette liege? (Sagst du) das ist mir ein Vergnügen? So bist du dann gebohren um dir Vergnügen zu machen/ und nicht um zu arbeiten « « - um Handlungen/ die der Gesellschaft nutzen/ vorzunehmen? ♦ - - Uriheile selbst/ ob das der natürliche Verstand duldet. - - Siehest du nicht die Pflanzen/ dieVö-
<Q Patrie D>fc,(Hr lt t rav ail, kj de fioib, !?«»* Ll rnalor, P, Cap^n,iit


