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Dieses Wochenblatt wird alle Dienstage allhier bey re» Verleger Johann Philipp Krieger bei, rzerr» pl-numcr-nre» ausgeliesert/ ma» kau» auch rle von vorigem halbem Jahr bereits berausaekom» mene Stücke ai.fi- noch erhalten/ jedes Hück aber wird einzelzi vor;. fr. ab-ezebe». 3

z?L i Giesser w-ehen-Blatt/ttum. XLVIT.

re er anfangea auf euch Acht zu geben/ und mehr an sich zu halten. Wenn et» Mensch im Ernst ist/ so ist er auf seiner -Zurh und hält Wacht; im Scherz ist er wie ein ofuer und irnverwahrrer Ort. Dieses ist eine ehrliche und rortheiihaftc Evitzftpidigkeit und durch diese Anfführimg könnet ihr zuweilen das in einer Stunde herausscherzen / was ihr in eiiicm Monath nicht würdet herau-ge- «!bettel haben. Wenn ihr mit mehr zurückhaltenden Gern sichern zu trmi habt/ so werdet ihr (le auch gemeiniglich auf eine titele Weise ruhmsüchtig fiilden. Lasset diese merken als achtet ihr ihre Qdcb den so hoch/ als sie selbst/, so ist ihr Wunsch eifiifft; Aber nicht auf eine fchmeichlerisihe Art / son» der» als rührte eure Achtung von der Einsicht und den mit Bedacht gemachten Beobachtungen her; so werdet ihr sehr selten eure Zwstchr verfehlen.

Zuweilen triff« ein / mit Silber beschlagene Pfeile stechen dllrch die beste und bewährteste Har. ni'che. - MeisteotbeilS treibt der Geltz die Leute um mit greffem ^kiffc sich um Erkenntuiß und Nach» richten zu bekümmeru und zu Zeiten kann die Noch machen / daß man bey ihnen ankomnit.

Ueberhaupt seyd ans Nutzen bedacht/ in was für eine Gerllschaft i6r kontmt. Manchmal körn net ihr kostbare Nachrichten von schlechte» Personen erhalten/ und Materie zum rlachSenken auS denr Munde des bittren nehmen. D nn ei» guter starker Magen kann grobe Speisen in eine gute Nahrung verwandeln, galtet eure ISssrnlichkeiten wohl verschlossen/ und bekümmert euch nichts um die eines andern. Aber die man euch anvertrauet hat / bewahret als eia Oeiligchum. Der Weiseste unter manchen andern vortreflichen Menschen sagt Bock» chiuf», occhi apeni (verschlos­sener Mund und ofue Augen) und weil die Natur einen doppelten Zaun um die Zuuae gesetzt hat/ so erweitert ihr denselben nicht. Denn ihr habt schwerlich ein ander Glied/ das so mächtig ist/ euch in Unglück zu stürzen. 2rettet die Gebrechen andrer nicht mit Füssn/ sondern verberget sie beschei. reinlich/ und sehet euch wohl vor/ daß sie nie der Vorwurf eurer Spötterey fi-yn. Meldet iedermans Tugenden weitlauftig und ohngezrvungen; seine Laster aber gar nicht/ oder sehr sparsam; oder/ »wmi ihrs tbut / ihm selbst mit aller Aulnchligkeit und Bescheidenhekt. Ihr werdet dieses als einen so feinen dem Russe gelegten Fallstrick beffnden/ als ihr einen erdenken könnet. Seyd immer argwöh» uisch über die/ mit denen ihr zu thun habt / und vertrauet ihnen nicht mehr / als ihr leiden könnet/ daß sie offenbare». Wenn ihr anders thllt/ so gebt ihr ihnen Waffen wider euch in die Hande/ wen» sie <ure Feinde werde».

Glaubet / diejenige/ womit ihr umgebet/ werden zt, euch gerechnet. Denn es ist leichk eines Menschen Beschaffenheit aus feiner Gesellschaft / und die Gesellschaft aus seiner Beschaffenheit zu erkennen. So erforschte Augustus seiner zweye» Töchter Neigung/ davon die eine sich auskemThea» ter zu den Rachsherrn/ die andre zu teil Liebhabern gesellte. Die Menschen sind wie die Ziffern/ und sind zu friede» ihre Sitte» meistentbeils aus Sretir zu nehmen / und noch darzu von der theoersten Hand. Die Gewohnheiten naturalifiren sich unvermerkt/ und wir überkomme» sie von denen/ mit welche» wir umgehen. Es ist am besten/ wenn man die auserrvählteste sammlet und aussuchtj wo man sie immer findet. Die Abwechslung ter Gesellschaft gewahret so wohl ein gdinbee und sich nach Umständen richtendes Ansehen/ als sie hindert/ daß man sich nicht zu viel nach eines et'iizi» gen Neigung gewöhnet. Die mehr Mit alten Leuten umgehen/ werde» streng und rauh/ die mit jun» gen / leichtsinnig und behend. Die Auferzichung junger Prinzen in Elöstern bat sie tüchtiger gemacht ein Lretly/ als de» Scepter zu sühren/ und die Auserziehung der Perfianischen Königen unter so vie» len Weibsleuten macht/daß sie sich besser in eine Zlmmensttibe als ausden Thron schicke».