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Dl'enlkäg dm 24ten Novemdr. i7fa. 37f

bsn deinen Zustand dir höchlich verbunden. ES wäre zu wünschen/ daß die Men­schen/ und sonderlich Wellweise/das Wesen und die Natur eurer Seelen/ ja die See­len der Geschöpfe überhaupt/ so wir Bestien nennen / besser untersucheten/ als bisher» geschehen und entdeckten/ ob das wahr oder falsch ist/ was du dir/ vielleicht aus Eigenliebe/ die ich dir nicht übel nehmen will/ einbilvest: man würde gewißlich als­dann nicht so unbarmherzig mit ihnen umgehen/ als zuweilen von unbarmherzigen Menschen zu geschehen pfleget. Ich wünsche und gönne dir alles Gute/ und gratu- lire zum voraus zu deinen» glücklichen Avancement nach deinem Tode/ wann du des­sen theikhafkig werden solltest. Der HErr so beyde Menschen und Vieh hilft/ erbar- nie stch aller seiner Geschöpft.

Von der Gesellschaft.

Aus dem eugllscheir des John Halft übersetze.

Der Mensch ist ei» von der iXatur »um Umgang mit andern bestimmtes Geschöpf. Einige rechn« er zu einer allgemeinen Darrung/ weiche wir Dekaimrschafi nenmieii; andre zu einer besöns bern und Mauern / und diese nennen wir Freunde. Auf gleiche Weise wollen wir unsern Dorrraq emrbeiicn. 2Bn# die ersten a»betritt/ so werden euch solche Vorkommen / welche von den Lastern der« masten verstellet sind/ daß sie allein die äussere Bestall von Menschen übrig haben. Diese muss tihr werden/ es koste was es wolle,- und wen» die Belegenheir ench zu ihnen nörhrget/ so wend« alle Sorgfalt an bedenkend/ daß sich das Laster auebreitet und bey eurer verdorbenen Natur leichtern Eingang sind« als die Tugend. Zudem ists ein wahres Wo«: Greift kein Pech an/ sonst be­sudelt chr euch. Lasset die Sittsamkeit eurer Aufführung solche stille Skrafreden wider dielenigeil halten/ welche deUnrugend lieben/ daß ihnen das 43er$ benommen werde/ nach eurer Freund» schäft zu trachten/ die sie von selbst nicht verlangen/ wenn sie die entgegengesetzte Tugend sehen. Sin CarfemFei scheinet durch/ wie sehr man ihn bedecket/ und Tugend wirst ihren Glanz von sich mitten durch manche Uavolltommenhe'ten. Der das Laster ist triefäugig / und kann nicht vertragen / daß man es mische/ sondern verlangt zurück zu weichen/wie des Antonius Genius that vor dem Lugustu«.

Die von verschiedener Religion find/ moaeu durch den Handel/ die Hosimng der Bekehrung u. s. w. in Gesellschaft erhalten werden. «36er äusser diesen Einschränkungen könnt ihr an ihren Irr» thümern al- an einer Leirnrulhe/ kleben bleiben/ und die Wahrheit vor einen Freund lassen / wel» ches ein harter Tausch wäre.

Die Gesellschaft vornehmen Frauenzimmers ist dem Schatten eines Linbenbaurns gleich/ welcher sehr angenehm' obgleich der Baum unfruchtbar ist/ und die Blätter vom Geschmack wie Giffr.

Andre Gesellschaften sind schwerlich so gefährlich. Doch weil der Menschen Gemüther so ver» schieden find/ als ihre Gesichter/ so ist eine gefällige Aufführung nöchig (denn ein Mensch von mür­rischen» Narurell hemmt gleichsam die Bewegung der zum Leben erforderlichen Tbeilen der Ge­sellschaft) und dieses war «was unvergleichliches am Llcibiades/ welcher sich in die Neigungen so mancher Völker schicken konnte/ zu deren Umgang ihn sein veränderliches Glück zwang: wie auch fcr» »er eine durchdringende Scharfsinnigkeit in Entdeckung der Beschaffenheit andrer/ sie sey gut oder übel/ oder mit der eurigeii uneinig; wie auch um zurück zu ziehen/ wenn ihr euch versehen/ damit ihr/ wenn ihr keinen Freund gewinnet/ keinen Feind bekommt. Denn wenn er nicht würdig ist/ lener M seyn/ so ist er im Stand/ um dieser zu seyn. Aber wenn ihr Gaben findet/ aus denen ihr Ersah» tung ziehen könnet/ so gewinnet/ so viel ihr könnet/ und bemüh« euch in dem am meisten zu lernent wo ihr den großen Vorrath findet / und darin der andre gemeiniglich am offenherzigsten ist. Aber thut ee aus eine wlche Weise / daß er euch nicht entdecke; forsch« ihn aus/ aber übereilet es mit solchen kurze wetiigen Drehungen in der Rede/ daß er schwerlich merket/ es feveuch Ernst, Denn sonst möch­

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