Dienstag ben r^enNKvembr. 175s. ,7z
Antwort des tNohrcn.
Fürwahr niein lieber Aff/ du setzest mich durch deine Rede in eine nicht geringe Verwunderung. Ich sehe/ du hast «ine vollkommenere Erkäntmß von deinem Zu« stand/ als ich selbsten von dem meinigen/ und eben hierinnen beschämest du mich vor der vernünftigen Welt. Ich habe bisher im Zweifel gestanden/ ob ich ein blosser Eör- peroder Geist sey/ und diese G-danken waren es auch/ so mich in diesen Wald getrieben. Ich danke Dir tausendmal vor den klugen und traten Unterricht/ uud g'aube nun- mehro ganz gewiß/ daß ich ein Wesen bin/ das aus Leib und Seele bestehet/ dessen Leib im Tod verweset/ die Seele aber als ein unsterblicher Geist übrig bleibet/ uni) von GOtt in eine andere Reihe veränderlicher Dingen wird versetzet werden. Allein mein lieber Aff/ bestimme mir etwas genauer/ wo deine Seele/ deren Unsterblichkeit du so vcst und steif glaubest/nach dem Tode deines Leibes eigentlich hinkommen/ und was vor Verrichtungen sie haben werde/ ingleichem ob sie wieder werde mit einem andern Leibe vereiniget werden?
Antwort des Assen.
Die Frage'mein Herr/ deren Antwort du von mir verlangest/ ist schwehr/ du sollest als ein vernünftiges Geschöpf dieses besser alö ich zu erklären wissen. Jedoch deinem Verlangen em Genüge zu chun/ so glaube ich/ daß meine Seele/ die ohne einen Leib nicht wohl ihre Kraft äussern kann / wiederum mit einem andern Cörper wird vereiniget werden/ und in demselben ihrer Natur und Wesen auch übriger Umstanden darinnen ffe sich beimden wird / gemässe Verrichtungen haben werde. -Ob sie aber schon in dieser Welt in einen andern Cörper wandern / und sich in demselben präsentsten / oder in einen derer Planeten / so ja nach vieler Weltweisen Meinung Einwohner haben sollen/ von G-Olt werde versetzet werden/ dieses kann ich in dieser Unvollkommenheit eigentlich nicht befhmmen. Ich trage auch deswegen nicht Die geringste Sorge/ sondern bin vollkommen zufrieden mit dem Ort und Zustand/ Den mein Schöpfer vor mich bestimmet hat.
Antwort des Mohrett.
So wirst du ja/ mein lieber Äff/ nach Deinem Tod in ein vernünftiges Geschöpf verwandelt werden/ da du alsdann bessere Gelegenheit GOlt zu verherrlichen/ zu finden verhoff st. Und wie reimet sich Dann Der Gebrauch Der Vernunft mit Deiner in Ansehung Der menschlichen so sehr eingeschränkten Seele?
Aaa r Ank-
Auf was Art und Weife sie aber dazu beytragen werden / stehet zu errathen. Wenigstens ists eine anq.-nehme Einbildung/ die Denen gefallen muß/ die gerne alles glückselig sehen machten / wenn man glaubet/ di« jetzt unvernünftigen Seelen möchten Dermalem^ eine/ kleine oder grosse/ Veränderung leiden/ durch welche sie in Stand kämen, von ihrem grossen Schöfer unh Der Quelle alles Guten einigen Begriff zu erhalten. Wer wollte also dem armen Affen nicht zu gut halten/ west.» ek spricht/ er glaube/ was er wünschen würde/ wenn er eö verstünde?


