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Dienstag den 24-0« Mart. 17 s». ff

drücket/ wirb durch denselben von ihm hinweg genommen / unb das Gute/ so er mit hinweg nimmt / bestehet in Spielsachen/ warum solle man denn deswegen sich so sehr vor ihm fürchten ? Freunde und Angehörige wird GOtt schon erhalten/ bis sie zu ih­rer Zeit der Welt auch gute Nacht sagen. Ihr Leben und ihr Glück hieng doch von G-Ott und nicht von mir ab/ ob ich also da bin oder nicht / so wird er einmal vor sie sorgen / wie daö andre. Hat er ja schon so viele Wittwen und Waisen ernähret / so wird er meine nicht allein Hungers sterben lassen.

Der Cörper/ den wir bisher belebet haben/wird nach unserem Hintritt eine Speise der Würmer. Der gute Freund unsrer Seele/ der an Freud und Leyd der­selben ganz gleichen Antheil nahm; der Liebling/ auf dessen Verpflegung die meiste alle ihre Gedanken richten /wird von uns geschieden/wird in eine einfame und traurige Höh­le gesenket/ muß zu Staub und Asche/ zum Raube ftäßiger Thieren werden. M das nicht ein alles Abscheues würdiger Umstand ? =0 nein I Denn mein Cörper ge­het zu der Zeit / da er so unglücklich ist/ mich nichts mehr an. Wir können ihn nicht anders betrachten/ als einen Rock/ den wir auSgezogen haben. Denn so lange dieser uns bekleidete/ stunden wir in grosser Verknüpfung mit ihm ; ein Schlag / der ihn traf/ verursachte uns Schmerzen; das Feuer/ so ihn brcnnete/ brennete uns auch u. d. z. So bald wir ihn aber abgelegt / mag man ihn prügeln / ohne daß es uns Wehe thut/ unb brennen/ ohne baß wir versehret werben. Gerade so verhält sichs mit dem toben Cörper; wir schen nicht mehr aus seinen Augen / wir hören nicht mehr mit seinen Oh­ren / und bedienen uns ferner keines seiner Glieder/ wie vorher geschehen ist. Liege al­so/ du ausgezogener Rock/ ich habe mit dir keine Gemeinschaft mehr/ unb frage folg­lich auch nach allem dem nichts / was dir nunmehr begegnet.

Der meiste Haufe hat von der Unsterblichkeit der Seelen keinen ächten Be­griff ; einige läugnen sie wohl gar/ ober ziehen sie wenigstens in Zweifel; fast alle den­ken zu der Stitnde / da ihnen der Tod einsällt/ nicht an dieselbige. Wer die Seele vor ein vergängliches Wesen/vor eine verfliegende Kraft des Leibes ansiehet/ der muß frepüch denken, mit dem Tode sei) alles aus. Das Daseyn aber ist doch etwas ange­nehmes/ wenn es einem schon hinderlich gehet. Man mag doch gerne die Welt mit ansehen / ob man gleich keine grosse Figur darin vorstellen kann; wann man schon vor­aus weis / daß man neuen Kummer und Elend alle Morgen ßndek/ so ist es doch et­was süsseö / daß man vorhanden ist; folglich ist es über die Maassen verdrießlich/ guck der Zchl der wiiklichen Dingen hinaus gestossen / unb in ein Nichts verwandelt zu wer­den. Allein eine blosse aufgeheiterte Vernunft entdecket/ daß ob wohl bei Tod im Stande ist / den Leib aufzureiben unb ihn dem Moder zu übergeben; so sey doch die Seele ein unverweslicher Geist/ der durch nichts / als durch die Hand dessen/ der ibn gemacht hat / wiederum vernichtet werden kann. Cs ist falsch / daß mit dem Tode al­les hin ist; die Seele sondert sich ab von dem / das dem Untergangeunterworfenistund lebet in Ewigkeit. Sind wir also/ wie billig ist / Liebhaber von der Gegenwart im Reiche der Wirklichkeit/ so haben wir deswegen nicht Ursach vor dem Tode uns grau-

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