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gnügen gereichende Ausgaben fliehet/ mit nichts als guten Werken zu chun haben will/ und alle Bemuhungen/die mit einer sorgfältigen Furcht begleitet sind/ verabscheuet. Das aber ist entsetzlich/ daß er das Frauenzimmer mit Spinnen und dazu nut Taranteln vergleicht. Wir sehen nicht die geringste Äehnlichkeit ausstr di«/ daß die von Taranteln gestochene und die Verliebte alle beyde gern tMzen/dabey aber ist doch dergroffeUn- tei schied / daß jene durch den Tanz geheilet/ diese mehr verwundet werden. Beraubt denn das Frauenzimmer einen des Verstands? Ev man sieht ja nicht/daß ein Mägdgen um ein Haar breit klüger wud/ wenn sie schon zehn Liebhaber hat/ und da das weibliche Geschlecht zum scherzen und sticheln aufgelegt ist/ so muß es ja heissen: vcxatia dat intellcdum. Ganz und gar unerträglich lsts/ wenn er Vie schöne Art der Menschen abscheulicher machen will / als die Sco, pionen; es ist kein Wunder / daß seine Weiber so böse mit chm umgegangen. 3cantippt kormre die Mannsleute vor ihrer Verehlichung gar wohl beleben, und man hat fein Epempel/ daß sie einen mit Gift hingerichtet hätte. Wenn man aber erst ein Scorpion gescholten wird/ so ist kein Wunder / daß man sich scorpionenmäßig ausiühret. Am Ende relegiert er noch gar den artigen Kritobulus. Wenn man auf Universitäten so zufahren tvolte / so würde man sie in weniger als vier Wochen gänzlich zu Grunde richten/ und wo wollte man die Leute hinfehiefen / da sie nicht wieder etwas zu küssen anträfen.
Das war ein ungeschicktes und deswegen widerlegtes Urtheil von einer Mannsperson. Man hat auch WeibSleute / die sich so vergehen. Eine alte Königin / Namens Penelope/ die Mutter des Telemacbs/ bei) dem der bekannte gleichfalls mit solchen unfreundlichen unO heut zu Lage aus der Mode gekommenen Grundsätzen ungefüllte Mentor Hofmeister war / sott von so übertriebener Keuschheit gewesen sei-n / daß sie die viele in ihres Gemahls des Ullfses Abwesenheit sich bey ihr versammlende Liebhaber dergestalt kahl und unhöflich abgefertiget / daß sie sich nicht ein einigmal von ihnen küssen lassen; ja sie soll ihren eignen Sohn von Mutterleib an bis an ihr Ende blos deswegen nie geküßt haben/ weil sie die abgeschmackte Meinung hegte/ daß sie diese Ehre niemand als ihrem Gemahl erzeigen dürfe. Man will eben das von de, Maria von Medrcis sagen. Allein entweder sind diese Erzehlungen falsch und von den Poeten erdichtet; oder wenn sie wahr sind ; so waren daS zwey ausnehmende Muiier des Frauenzimmers/ nach welchen wir uns / dem obigen Versprechen infolge/ ganz und gar nicht richten wollen. Es ist in dergleichen Dingen höchst gefährlich/ die Handlungen der Alten sich zur Richtschnur dienen zu lassen/ und die Welt hat/ nachdem sie vernünftiger worden ist/ eingesehen/ daß sie es in vielen Stücken gröblich »ersehen. Z. E- Lucrena begieng die abscheuliche That eines Selbstmordes/ weil ihrer nach dahmaliger Art so genannten Ehre Gewalt angethan worden: aber in unsren Tagen lacht man darüber und ein Mann / der die Welt kannte/ machte folgenden schlechten aber dabei) gründlichen Vers darauf:
Lucretia / hab Dank vor deine Ehrr Hegt iu TW ersticht sich keine mehr,
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