a*o Gresscr Wochenblatt/ Num. XXIX.
Ist es nun nölhig/ daß ein Mensch die ihm obliegende Pflichten treulich erfüllt/ so sind das'gefährliche Dinge/die ihn daran hindern/und das ist das gefährlichste/ welches ihn dahin dringet/ baß er in der Meinung Recht zu tbun/ alle Pflichten mit fiüfK'n tritt. Das vorkergehende überzeuget uns/ der Selbstbetrug habe dieses an sich- ES ist also der Mühe werlh/ ein Mittel anzugeben/ womit man von demselben sich los Machen möge. Der Raum erlaubet nicht Mhr/ alles anzuführen/waS die Würdigkeit und Schwierigkeit der Sache erfordert-, wir wollen bähet nur das kürzeste aber kräftigste anführen. Wenn man sich etwas vornimmt zu thun / so stelle' man allezeit einen andern in seine St lle/ und überlege/ wie demselben die Thal / die man vorhat, anstehen werde. -Oder wenn man über bereits vollzogene Handlungen unheilm will/ so lege man sie in seinen Gedanken andern bey. Die Eigenliebe/ aus welcher der Selbstbetrug quillt/ fallt nunmehr hinweg/ und sie wird noch besser hinweg fallen/ wenn man in seine Stelle eine Person fetzt/ der man ziemlich abgeneigt ist. Denn nun w-rden alle Splitter in unfern Äugen zu grossen Balken/ welche nun gesehen zu werden/ keine Bemühung erfordern. Denkt man nun: wenn der das thdte/ so würde ich mich darüber aufhalten/ er würde bey mir alle Achtung ver- liehren/ und ich wmde ihn auch sogar andern lächerlich vorzustellen mich nicht enthalten können; so muß einem von sich selbst einfallen: wenn ich also eben das thun werbe/ so werden sich auch andre darüber aufhalten/ ich werde alle Achtung bey lh. nen verliehren / und sie werden mich auch andern lächerlich vorstellen. Dieser Anhang ist der Eigenliebe im höchsten Grade zuwiever; folglich muß siei nun selbst wider ihren Willen dazu dienen/ daß sie uns von dem abhält/ worzu sie uns sonst siebet auf- gemuntett hätte«
Für Genealogie gehörige Nachrichten.
Den n. May hat die Gemahlin des regierenden Herrn Grafen vonkeiningen- Westerbmg das Hochgrastiche HauS durch die glückliche Niebel kunft mit einem Sohn -Mhelm Carl August erfreuet..
Den zo.,May hat die regierende Frau Fürstin zu Hohenzollern Sigmaringen, Frau Maria Theresia/ gebohme Gräfin von TruchseS und Waldburg einen Prinzen jur Welt gebohren/ welchem in Der Tauffe der Nähme Friedrich Joseph Fidelis Anton/ beygelegt worden.
Den Junii ist die Gemahlin Herrn Philipp Joseph/ Fürsten vonSalm- Ayrbmg Dürchl. Frau'Maria Theresia deö Herrn Fürsten von Horn älteste Tochter mit einem Printzett entbunden worden/ und wurde ihm der Name Lari August ertheitt«
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