Dienstag den riren Jul. izfc. ti,
d'g/ daß sie widervnftrnWillen in di«Augen fallt/ und uns sagt: wenn du nun in des anhe, n seiner stelle wärest / wolltest du alSdenn auch/ daß Recht wäre/ was du nun wil.st r so tb man so stech/ weil man (ich vor sich selbst zu scheuen nicht meint Ursache zu haben / dem andern mcht vor Recht passeren zu lassen/ was uns doch billig fort füll. Wie entschuldigt man sich aber gegm sich selbst? dadurch: das bin ich/ und zwischen Mir und dem andern ist «in Untci scheid. Ich bin der fromm«/ gelchrr« / an* phniKftc / gescheide/ reiche / schöne Mann n. f. w. Was ich ibun dach/ das darf ein andrer mcht nachtHun / der nicht eben d»e Vorzüge Hat; und di« bat kein andrer/ dem, Ich habe sie allein. Dergleichen Selbsibeti uq in Ansehung der Pflichten gegen anders ausserk sich auch in Betrachtung der von ihnen geforderten Diensten in d in Berrach- tung der bchondern V«> knüpfungen / worin man mit ihnen sicher. Wir brechen atxt bicrbcv ab/ weil das bereits gesagte vor dieses mal genug zu seyn scheinet / und wir Niemand / der etwa die vadoibene Natur der Menschen und seines etgtnen Herzen- rncbt kennet / Gelegenheit geben wollen zu glauben / er habe Ursache eine Apologie po, das menschliche Geschlecht zu schreiben.
Der Selbstbetrug in Ansehung der Pflichten gegen unS selbst/ in so f-rn er nnt der Uebertrettung derselben verknüpft ist / ist auS beyden vorhergehendm Arten ebne u isre Anleitung zu verstehen. ES ifi a!fo am dienlichsten/ wenn wir denselben hier nur noch abschildern/ in so weit er eine ganz falsche Idee von uns selbst begreift/ vermöge der wir uns Tugenden und Vortreflichkeiten zuschreiben / die so gar nicht den uns anzutreffen sind/ daß wir auch das innerliche Gefühl des Mangels mit Ge- tvalt zu unterdrücken haben. Die Neigungen der Menschen machen hierin einen grollen Unterscheid. Denn einige überreden sich alles/ was lobwürdig ,st/ in einem hohen Grade an sich zu haben; andre aber sind etwas bescheidener und geben willig in einem und gnderm Stücke nach, allein etwas gewisses ist nach eines jeden besondrer Einsicht das hauptsächlichste/ das den eigentlichen und grösten Vorzug eines Menschen vor andern auSmacht / und dasselbe legt er sich in aller seiner Vollkommenheit hey. Einer denkt: wie Noch um Schönheit/ Ged/ Rang u. d. gl. das sind Kleinigkeiten/ mchrentheils deswegen / weil er gar zu plump mit sich selbst wüste umgehen/ wann er sich einbilden wollte/ dieselbe zu besitzen r aber der Verstand/ der rechte Unterschied des Menschen vom Vieh/ der istS/ der alle Hochachtung verdient/und weil man denn dieser würdig f vn will / so eignet man sich jenen zu. Das geht denn ' leicht von statten / indem einem zu Bettachtung seines eigenen Ve> standes die Eigen- llebe ein Vergiössrung^qlaö dar,eichet/ und der fremde nur von ferne und durch ein Verkleincrunqsglas belchautt wiid. Wie wollte eS hier anders zugehen/ als daß einem die eigne Weisheit wie ein Berg und die fremde wie ein Sandkorn vorkäme ? Andre keine kützeln siel' mir ihrer eingebildet« Schönheit/ noch andre mit andern öfters so ; gar lächerlichen Dingen.
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