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Dienstag de» rite» April 1750,

Nachbarschaft um Herberge anspricht/ muß ein Prophet deS Brandes /eyn/ wen« er den Kops in die Höhe hält/ und des Todes/ wann er ihn gegen die Erde wendet- Em Nachtvogel/ der das Unglück hat/ bei) Tag« nichts zu sehen/ muß ein Todenvo« gel seyn/ wenn er des Nachts seine Gtiinme hören lastet- Eine Kindbetterin darf wahrenden Wochen nichts verlehnen/ damit man ihr nicht die Milch vertreibe oder einen andern Schaden zufüge. Den ersten May auf den berühmten Walpur- giS Tag darf inan kein Feuer aus dein Haus gebe»/ und die Viehmagd muß nicht vergessen drey Creutze über die Stallthüre zu machen / damit die Hexen keine Gewalt im Hause oder im Stalle bekommen. Wenn man Hüner kaufet/ von welchen man fürchtet/ daß sie aus dem Hofe entrinnen naschten; so soll man/ ehe man sie auf dir Erde setzet/ sie in- Wasser tauchen/ alsdenn ihnen ein Stück von Schwänze auf der Schwelle abhauen/ und indem man die Federn vor die Thüre wirft/ sagen: das Hun ins HauS/ die Federn hinaus. Wenn jemand durch seirrrn Fleiß sich ein gu­tes Vermögen erwirbt; so gibt man dein Drachen Schuld/ er habe ihm durchden Schornstein zugesühret. Werm einem etwas gestohlen worden; so lauft man zu dem Wahrsager/ oder der Weisen Frau/ und begehret/ daß sie einem den Dieb nennen/ oder ihm die Aiigen auöstechen. U. s- w.

Gleichwie aber die Unwissenheit den Aberglauben selbst gebiehrek; so hält fib auch öfters etwas ganz vernünftiges für einen solchen/ wenn sie sich dünket klug zu seyn. Dergleichen Jrrthum gründet sich in einer übereilten Anwendung des odi,»» Begriffes. Man bildet sich nemlich ein/ die flWtoder böse Würkung oder Bedeu­tung/ welche von erfahrnen und weisen Leuten einer gewissen Sache zugeschriebe» wird/ kommen ihr nicht zu aus der Ursache/ weil man gefunden oder gehört/ daßeben solche oder ähnliche Würkungen andern Dingen fälschlich beygeleget werden. Z. E. Weil sonst die Pi ophezeyungen der Witterungen aus der Betrachtung des Himmel« zu den ungegründeten Einbildungen gehören/ so rechnet mancher auch dazu/ werm manaus einem Nordscheine eine lang oder kurz anhaltende Kälte vorher sagt.

Mehrentheils ist folgendes der Weg/ durch welchen man zu den Aberglaube« verführet wird. Man siehet daß eine nicht gar zugewöhnliche Begebenheit sich er­eignet/ und zu eben derselben Zeit/ oder kurz vorher/ oder auf einen gewissen Tag vorher dieses geschehen; daher schliesset man/ so oft dieses geschehe/ müsse auch jene« erfolgen/ und giebt dieses vor d,e Ursache oder wenigstens das Zeichen von jenem aus. Es mag sich einmal zugetragen haben/ daß jemand auf den Neujahrstag sieben Acvfek gegessen / und in demselben Jahr sieben Geschwühre an sich bekommen; daraus hak man denn sogleich den Schluß gemacht/ man solle auf den Neujahrötag keine Aepfel essen/ sonst würde man das Jahr über mit so viel Geschwühren geplagt werden/ al« vielt Aepfel man auf denselben Tag verzehret. Vielmals aber geschiehet eS auch / daß lustige Köpfe bey müßigen Stunden sich mit Vorsatz auf albere Einbildungen besin­nen/ und dieselbe einem alten Mütterlein im Vertrauen und mit der Versicherung daß sie so vonjhm Ururgroßmutter unterrichtet worden/ offenbaren/ die denwgeschäf- 1 Q r tig