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Gresser Wschett-Blatt / III.

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«-brauch kommt, wird gemeiniglich ohne vieles Untersuchen und Nachdenken einqefü!)ret. Unwissenheit, Vorurthcike, Affekten / Bespiele, Macht und Er- 3nn haben ohnfehlbar mehr Theil daran, als die Vernunft; Es ist vielmehr die Meinung und Ausspruch eines blinden-Saufens, als weiser Leute- .

Als man hernach ausdrückliche Gesetze verferligte , sie öffentlich und gehörig au"aeben lufi , und Durd) einen schriftlichen Aufsatz beständig und unveränderlich machte; so konre es ohne Zweifel nicht anders seyn, als daß dre 8) angenommene Gcwohnhciken, welche so laug« ÄS Gesetze gtgoli.n hatten «), S^m-Omchttls teit/n, und nur eine neue Gestatt annahmen, wodurch stecm grSstereS Gewicht und eine längere Dauer bekamen. Was die andern Gesetze betrift, die man ausdach- tt und deren Änsuhrnng entweder aus den Willen de» Volks' oder der Vor. nehmsien des Staats, oder eines Menschen allem ankarne ; so hatte man, so sehr man sich auch vorsahe, entweder nicht immer die hinlänglichen Begriffe von der Ge­rechtigkeit und Billigkeit, daß man im Stande gewesen wäre, sich m allem und überall darnach ju richten, oder man bekümmerte sich nicht genug um dieselben, ^ man geneigt gewesen wäre, sie zu Rath zu ziehen undihnen genau zu folgen. Die Philosophen selbst waren in diesem Stücke nicht allezeit sehr gute Rathgeber, und siehe hier einen recht merklichen Beweis davon -). Die Arcad.er bathen denPlalo zu ihnen zu kommen, und ihnen die Gesetze anzugeben, welche er vor eine neue Stadt, die sie auf Zureden der Thebaner, ihrerBundsgencssen , aufhauen wollten , für uörhig achtete. Dieser berühmte Alhenienser war wegen der Ehre, die man ihm erwiese, höchst vergnügt, und wolte sich reisefertig machen; aber er wurde auf ein­mal andrer Meyiiung, als er aus dem Gespräche mit den Arcadischen -tbgeordneF len r^rnommen hatte, daß dieses Volk nicht gesinnet seyn wurde , die Gemunschast der Güter undWeiber einführen zu li.ssen , welche der Weltweise für ein ftltines Geheimmß in dem Regiment hielt, und die er in seinem eingebildeten gemeinen We­sen eingeführet hat, weil er keinen wirklichen Staat fand, welcher sie annehmew wollte Wenn der grosse Aristoteles eben derselben Verrichtung halber irgend wo­hin wäre berufen worden , so hätte er gewiß eme solche Gemeinschaft bei) weitem nicht vorgeschlagen, wider die er sich in seinen Schriften erkläret hat; aber e» wurde zum wenigsten eben so etwas schlimmes gerathen haben, nchmlich raß man kein Sx ini> aufzöge, das mit einem Fehler des Leibes auf die Welt gekommen wäre /), oder daß man die Frucht aller derer Weiber abtriede, welche sich noch schwanger bcsin- den würden, nachdem sie eine gewisse Anzahl Kinder gehabt hatten; denn dieses ist eine von seinen Staatslehren. , . ... s.

Allein die Gesetze mögen eingeführetworden seyn,wie sie wollerr, uni die milcht derer, welche am meisten Theil an ihrer Einführung gehabt Haben , mag bescyassen gewesen seyn, wie sie will, so ist es doch eine gewisse <t>ache, daß es zu ^rschlei-e- nen Zeiten und an verschiedenench)rten ungerechte gegeben hat. Bey den Egypliem

8) Plato de Leg. Lik. j.p. 681. Edit. H. Stephan.

d') Thomaf.Diff.de morum cum jure fcripto content, p ) Dio. Chryfoß. Orat. 81.

o ) ulclwi. *uay. biß. L. 8. C. *2. &Diog.Laert.L, f) Poltt. L. 7. C, 16.