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Dienstes den r-ten May i7fo, if7

de/und darmrä-der Tod und alles Elend ist. Dieses ist die Quelle der ersten Heber» tiettnnfl auf und aus derselben erfolgenden. Denn in die­

sem Kriege ist bey vielen Menschen allezeit/ auch selbst bei? den behutsamsten öfters dec (L^eg auf der >Leite ber sinnlichen Begierde. Denn da diese viel schleuniger entstehet/ saftet sie zu erst Platz und setzet |id) fest in der Seele; da ferner ihre Kraft viel stärker ,st als ihres langsameren und schwächeren Gegenpartes / so ist es kein Wunder/ daß sie ihn überwindet und der arme Mensch/ der zu weichlich ist/ als daß er sich selbst Ge­walt amhue/ zur Sunde hingerissen wird. Zur Sünde; denn da der vernünftige Wil­le vermöge obiger Anmerkung niemals fehlet / so muß die ihin widerstrebende sinnliche Begierde allerdings böse/ und ihre Erfüllung sündlich seyn.'

Solche / die zwar noch einiges Gewissen haben/ bei) denen aber das Böse bereits zur Gewohnheit worden / fühlen nicht nur den innerlichen Krieg beständig im Herzen/ sondern es ist auch was besonder seltenes/ wenn sie ihren verdorbenen Leidenschaften nicht unterliegen. Denn Kraft der ersten Bedingung äussert sich noch eine Heberlegung ih­rer Handlungen in ihnen / und der Wille/ ein ungebetttner Rathgeber / schlägt ihnen vor/ was zu thun und zu lassen scy; ihre Neigung zum Argen aber setzet sich diesen vernünftigen Vorschlägen entgegen / befiehlet das Gegentheil, und da sie wegen lang­wierigem ungestöhrtem Besitze die Herrschaft zu haben befuget sevn will; so traget sie nach getbanem geringem und kurzem Widerstand den Triumph davon. Ist aber bas Ge­wissen/ der innerliche Richter unsrerThaten / einmal völlig eingeschlaftn/ oder von sei­nem Stuhle herunter geworfen; so entstehet zwar kein Streit mehr/ weil niemand da ist / der widerspricht; allein nun ist auch der Vock Gärtner/ die Assecten schalten und walten im Menschen, und er thut/ ohne sich im geringsten zu bekümmern, obS recht oder unrecht ist/ alles was ihm in Sinn kommet, und wozu ihn sein verdorbener Trieb reitzet. Dieses ist der höchste Grad des HnglückS / darein man verfallen kann/ und desto unerträglicher/ je mehr man Gewalt und Vermögen hat.

Dagegen ist auch eine andre trestiche aber sehr rare Verfassung bei) uns mög­lich» Wer nämlich durch vielfältige Hebung sich einen guten und gefunden Geschmack zu wege gebracht/ der fällt auch von denen nur undeutlich und minder klar erkannten Dingen ein richtiges und mit der Wahrheit übereinkommendes Hrtheil; daher hält er auch in solchen Hmständen das wirklich Gute vor gut / und das wirklich Böse vor bös; selbst die sinnliche Begierde will also jenes und verabscheuet dieses. Daher stimmet sie mit dem vernünftigen Willen völlig überein. Jezo ist folglich / eben wie im vorigen Falle/ ein innerlicher Friede in Der (Siele/ aber mit dem Hnterscheid/ daß man von al­len bösen Lüsten weit entfernet und in dem Guten desto fester gegründet ist. Dieses leztere ist etwas grosses und giebt gegenwärtiger Einigkeit bepder Begierden vor dem GtOlsthett Vorschlag / wegen einer gänzlichen Vertilgung aller Leidenschaften einen unbeschreiblichen Vorzug. Denn dieser leztcre ist uns / so lange wir Menschen bleiben/ unmöglich; weil von den Sinnen sich gar los zu reissen / heißt ein Engel werden. Und wäre ft möglich/ so wäre (t doch nicht rglhsam. Denn so lange der vernünftige Wille

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