a* Dimsk.rg den 18 tert Aug. i7fe# rsi
che tbörichte Gtsetzkosigkeit behauptet/ vermöge 'deren alles erlaubt und tnchts verbot- ten ist; fo muß man gestehen / daß sowohl Gottes Wort/ als die Natur uns vieles zu unterlassen befiehlef/ Laö lange nicht die schlimme Folgen nach sich stehet/ die aus dem Selbstmord entspringen. Heißt etwa sich selbst entleiben weniger/ als Äö.'lerey/ heißt cs weniger als Hurerey/ ill weniger daran gelegen / als an etlichen Thalem/ die man dem andern stichlet/ u. s- w. Gleichwohl sind dieses grobe Ucbcrtrettunaen / die mit zeitlichen und ewigen Strafen sollen gerochen werden. Wieviel sündlichcr muß es nicht seyn / sich selbst Gewalt anjuthtm/ und wie viel härtere Strafe muß (iu solcher nach dem Tode auszustchen haben/ der sich nicht scheuet / sein eignes Blut zu vergiessen.
Man kann nicht anders schliessen / als ein dergleichen Feind seiner selbst mug entweder glauben/ daß kein GOtt tm Himmel wohne / oder daß seine Seele bey denr Ende des Lebens dahin stiegt in die Luft/ wie ein Schall / der sogleich darin vergehet. Denn bat es ganz ein Ende mit uns/ so bald wir tod sind. Wohlan so ist nach unser m Abschied nichts niehr zu furchten. Sollte man sich also durch den Selbstmord doch so stark versündigen/ was liegt daran / man kann ja doch nicht mehr deswegen gestraft werden/ und hat gewiü so viel zum Vorthcil/ daß man allem Elend/ Cieutz Und Kummer entronnen. 'Ist aber kein GOtt / kein Richter der Lebendigen und Toden / so mag die Seele unflerblich styn/ sie kann doch von Niemand ihrer Handlungen halber zur Rede gesetzt werden / und mag sich also aus der Welt heraus schaffen / wie sie will- Auf solche feine Gründe muß sich das Lehrgebäude derer siülzen/ die wider sich selbst rasen. ES ist aber noch dazu auf dieselbe übel befestiget. Derm gesetzt/ wie doch grundfalsch ist/ die Seele sei- lterblich und eS gäbe keinen GOtt dazu/ fo verbindet dich doch die Natur / daß du lebest / so lange sie will/ und wer diesem Bcsehl nicht gehorchet / i|t ein Rebell wider sie.
vergehet man sich in seinen Gedanken nicht so gar stark/ so entschuldiget man doch sonst seine unmenschliche Grausamkeit mit andern gleich untauglichen Gründen. Man sagt z. E. Ich bin in Die allererbärmlichste Umstände gesetzt, ich bin an Bettelstab gerathcn / und kann nicht einmal Brod und Wassers habhaft werden/ um mich wider Den Hunger und Den Durst zu mehren; oder ich bin vor aller Welt zu Schanden worden / alle Ehre und Reputation ist dahin / wer mich ansiehet / schüttelt Den Kopf und fpenet aus ; oder ein unerträglicher Schmerz martert mich ohne Unterlaß/ und mein Leib versieget vor,grosser Krankheit; so wird denn GOtt Mitleiden mit miv haben und mir zu gut halten/wann mich die Angst der Seele übernimmt/daß ich sieauS ihrem Kerker brfwye. Allein so gut sich das hören läßt; so wenig Stich hält eS- Denn alles dergleichen Uebel hat man sich durch seine Umhafen entweder selbst über den HalS gezogen/ oder eS'trift emen unschuldig als e:n Unglück. Ist jenes/ so ist es eine Strafe des gerechten Gottes / der man sich weder entstehen darf/ noch^gmr. Welche Thorhelt verleitet einen dazu/ feinem HErrn ins Gesicht zu sagen / du strasit imch/ wie ein Tyrann/ siehe J ich will Deiner Muth ein Ende machen unD mich selbst auftci-
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