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i 16 Giesser Wochen o Bladt / Num. XLVI.

ner langst verstorben / und ist es nicht möglich/ daß solches bis an der Welt Ende fort gehe? So kann ein Trunkenbold/ so kann ein gehäßiger Feind seines Nächsten/ em Mörder/ ein Dieb und jeder andere/ sein gottloses Handwerk noch nad) seinem To, de viel hundert Jahre/ ja bis zum lebten Gericht fort treiben. Wie sehr solches mit unnützen Worten im Reden und Schreiben / mit Verlästerungen gottesfürchtiger Per« sonen geschehen sey/ und immer fort gehe / das liegt am Tage. Manche Kmder und Jüngere würden nicht so seyn/ wenn die Aeltern nicht so gewesen wären. Dieser letzte Punkt ließ sich mit Exempeln von Abel an bis auf unsere Zeiten leicht beweisen. Hat dann ein Mensch um einer einzigen Sünde willen das ganze Gcfolg derselben auf seiner Rechnungsteben/ so ist sie gewiß so groß/ daß man davor innigst erschrecken muß. Und wer will ihm Bürge davor seyn/ daß nicht eine jede einen solchen fürchterlichen Drachenschwanz nach sich ziehe?

Seilte nun jemand für seine Sünden bezahlen/ so müste die Zahlung so groß scyn / daß sie auch den ganzen Schweifder Aergernissen austilgeke. Welches ihm tvob( unmöglich fallen würde. Es kostete zu viel/ er würde es müssen anstehen lassen ewig-, sich. Und wäre es möglich/ wie cs denn nicht ist/ daß er sein Verbrechen abdüsser«/ so würde er es doch vor so viel andere / die mm auch fein eigen sind/ nicht thun kön­nen. Hier ist ein Mittler nöthig/ dessen Verdienst den Sünden dessen/ weicheres ergreiffer/ ein Ziel setzet/ und die Sünden der Aergerniß denen überlasset/ die sich ha­ben durch den Misbrauch verführen lassen/ und sein Verdienst nicht ergreiffen wollen r denn nachdem die Quelle verstopft worden/ so sind sie nun ihre eigene Sünden/ weil sie il)tien ihren Lauf gelassen haben.

Dieses mag genug seyn/ die Grösse der Sünden zu ermessen / welche wohl einen jeden in einen gerechten Abscheu und in em heilsbegieriges Schrecken setzen/ aber auch vor GOtt tief beugen und demmhigen so«. Die Wahrheit lieget theils in der Erfahrung/ tdeils in der Vernunft/ nochmehr in der göttlichen Offenbarung am Tage. Darum können die Atheisten und Naturalisten nebst denen/ Die äusser Christo noch einen Ne­benweg suchen/ ihre Kräfte daran probieren: sie werden dieselben zu ihrer eigenen Be­schämung und zum Urteil über sich selbst müssen stehen lassen. Sie ist äusser dem nicht ein Nebenpunkt / sondern ein Hauptsiück unserS Lehrbegriffs / wodurch wir zum Erlö­ser desto gewisser geführet werden; weil Nlemand den Arzt suchet/ der nicht seine Krankheit fühlet. Das soll uns dann einen Antrieb geben / unsere Häupter empor zu beben/ und uns nach diesem Helferund allmächtigen Heiland umzusehen/ der uns allen zu­ruft ; Siehe ich komme/ im Buch ist von mir geschrieben. Davon künftig.

Zu fernerer Erläuterung der in vorigen Blättern erwehnter Hohenlohi- scher Religionsirrung haben wir nicht ermangeln sollen einen kleinen

Auszug aus einem Schreiben hier mit einzurücken:

Oehringen als die Hauptstadt in der Grafschaft Hohenlohe / ist ganz allein ein gemeinschaftlicher Ort. Es sind darinnen verschiedene Regierungöeinrlchtun-

gen